Tag 10 … Sommerpause

Huuuuh, 14 Grad sind echt kalt! Heute wollte die Sonne so gar nicht.

Aber wer glaubt, die Wolken und der Regen halten die Mücken fern – weit gefehlt! Auch denen ist scheinbar kalt und da kommen sie besonders gern „kuscheln“.

Sind wir genervt von diesen Viechern! Unsere Vorstellung vom idyllischen Schwedenurlaub umfasste Wald, See, Stille… Mücken hatten wir nicht ansatzweise auf dem Schirm.

Mittlerweile sind wir informiert: Es gibt Gegenden, da sind die sogenannten Überschwemmungsmücken eine regelrechte Plage… übrigens vor allem in der Provinz Dalarna. Wunderbar. Wir parken mittendrin.

Allerdings soll es auch Landstriche geben, die nahezu frei von den Viechern sind. Das überfüllte Südschweden etwa oder die Küste.

Ein weiterer Irrtum: Je nördlicher man kommt, desto weniger Moskitos.

Gerade im Fjell, oberhalb der Baumgrenze, geht es ordentlich zur Sache. Die dort verwendeten Mückenschutzmittel sind in Deutschland nicht einmal zugelassen, weil auf Teerbasis.

Während wir heute also vorrangig in der Bertha ausharren, überdenken wir unsere Reisepläne. Ich bin derzeit für die Antarktis…

…wobei mich das zu einem Kleidungsproblem führen würde, welches sich aktuell schon zeigt: Meine beiden langen Umstandshosen sind am Ende ihrer Dehnbarkeit angekommen. 🙁

Ich hoffe also, dass sich die Temperaturen zügig meiner höchstens knielangen Kleidung anpassen.

Dick eingepackt haben sich die Jungs dennoch ein paar Stunden vor die Tür gewagt und eine kleine Radtour unternommen.

In der Hoffnung auf besseres Wetter, wollen die Jungs morgen den Fluß per Kanu erkunden.

Tag 9 … Auf in die Wildnis

Nach dem Frühstück am Siljansee wollten wir direkt starten. Aber irgendetwas ist ja immer. Heute funktionierte plötzlich das WC nicht mehr.

Nach einigem Prüfen und Tüfteln stellte Ronny fest, dass die Sicherung vom Klo futsch ist. Selbstverständlich waren keine Reserve-Sicherungen an Board. So verzichteten wir auf die automatische Küchenverriegelung, konnten dafür aber die Toilette wieder benutzen. 😉

Gleich an der nächsten Tankstelle gab es zum Glück eine neue Großpackung. Aber warum das Problem überhaupt aufgetreten ist – wer weiß?!

Mit etwas Verzögerung brechen wir gegen Mittag von Mora nach Kårböle auf. Hier haben wir ein Wildnis-Camp gefunden und hoffen, endlich auf Elche zu treffen! 🙂

Wildnis-Camp

Die gut 120 km gen Norden führen uns aus der Provinz Dalarna hinauf nach Mittelschweden.

Erstmal Scheiben putzen, sonst kann ich gar nichts mehr fotografieren. Sehr niedlich finde ich dieses Toiletten-Schildchen:

Wir kommen nur durch eine Handvoll Orte… Hier ist das Reich des Waldes.

Späte Mittagspause an einem Picknick-Plätzchen genau nach unserem Geschmack:

Den restlichen Weg bis zum Camp zieren überall Wildblumen.

Auffällig hier oben sind die vielen Felsen und Steine im Wald. Sind die Bäume abgeholzt, ergibt sich ein trostloses Geröll-Bild.

Aber in Kårböle ist alles wieder fein und hübsch hergerichtet.

Die Wiese teilen wir uns mit drei anderen Campern, eine Familie kommt aus der Schweiz. Für heute Abend haben die Jungs eine Elch-Safari gebucht. Bin gespannt, ob sie Glück haben. Am Dienstag ist dann die Kanu- und Biber-Tour angesagt.

Nachtrag zur Elch-Safari

Pünktlich 20:30 Uhr ging es los. Doch offensichtlich hat die schuckelige Autofahrt alle unterdrückte Müdigkeit hervorgebracht. 😉

Ronny hat den Sonnenuntergang genossen und immerhin 3 Elche gesehen. Leider war er mit der Kamera zu langsam.

Als alle 23:30 Uhr wieder zurück in die Bertha kamen, wussten die Kinder von nichts, waren aber schön ausgeruht. 😛

Tag 8 … Flucht aus Malung

Gestern Abend war der Spaß vorbei. Keine Ahnung, ob es an der Gewitterstimmung lag, aber überall waren plötzlich dicke, fette Mücken. Die waren nicht einfach nur da, so wie es halt überall Mücken gibt, diese Viecher wollten die Weltherrschaft!

Während Ben fast unversehrt blieb, wurde Tim massakriert. So viele Stiche auf einem Fleck und er hat wieder sehr heftig reagiert. Abends war der Fuß ein heißer Klumpen, 38 Grad Temperatur – wir konnten nur noch in unsere Bertha flüchten und alle Ritzen dicht halten.

Mit Globulis, Chinolin -Umschlägen und Kortisonsalbe haben wir versucht, Besserung zu bewirken, kurz vor 22 Uhr sank die Temperatur und Timmi konnte wenigstens einschlafen.

Ich habe die Nacht mehr durchwacht als alles andere, denn ständig waren neue Mücken im Bett – woher, keine Ahnung, wahrscheinlich kommen sie doch durch die Fliegenfenster. Aber bisschen Frischluft zum Atmen brauchen wir ja auch irgendwie. 😉

Tim fing natürlich im Schlaf an, sich zu jucken, also habe ich versucht irgendwie so zu liegen, wobei ich seine Hände festhalten konnte. Heute morgen waren meine Eiswürfel endlich gefroren und wir konnten kalte Umschläge machen.

Noch immer lauern diese Viecher überall. Auch unsere abstandslosen Nachbarn packen alles zusammen – nichts wie weg hier!

Im Ortskern von Malung haben wir dann erstmal eine Apotheke aufgesucht und durchgeatmet.

Nach 70 km Fahrt kommen wir am Siljansee an. Bevor wir aussteigen, warten wir ab, was sich alles an den Scheiben niederlässt, schließlich haben wir dazu gelernt. 😉

Ronny und Ben checken die Lage – alles ok. Zwar gibt es auch Mücken, diesmal mit langen Beinen, aber nicht so aggressiv und als Wind aufkommt, sind sie verschwunden. Erleichterung macht sich breit. 🙂

Von unserem Parkplatz aus, haben wir einen schönen Blick auf den See. Ronny und Ben machen die Boards klar und wollen zur Insel paddeln.

Tim ist heute außen vor. Er kann nur schlecht laufen und so bleibt es beim vorsichtigen Kühlen des Fußes im See.

Übrigens sind alle Seen, die wir bisher gesehen haben leicht rötlich. Das Wasser ist klar, es scheint am Gestein zu liegen.

Für heute genießen wir den Sonnenuntergang und schlafen hoffentlich besser.

Übrigens kommt mit der untergehenden Sonne nicht wirklich die Dunkelheit. Lediglich ein Dämmerzustand, etwa wie zuhause abends halb 10.

Tag 7 … Einfach Nichtstun?

…und was genau macht man da?

Kaffee ist getrunken, Beine hoch und gesessen haben wir auch, 11 Uhr. Und jetzt?

Was machen eigentlich die anderen Menschen, wenn sie nichts tun? Wo sind denn die ganzen anderen Menschen überhaupt?

Bestimmt baden. Baden ist gut, Stand-ups runter von der Bertha, Angel rausgeholt und ab an den See….

… hui, hier sind wir ja auch ganz alleine?! Ist total super, aber wo sind die anderen Camper?

Zwei Stunden später findet Ronny sie: Am kostenpflichtigen Pool des Campingplatzes (der übrigens direkt an einem großen See liegt!), aufgereiht wie die Sardinen, einer neben dem anderen und um sie alle drumherum ein Gitterzaun. Selbst den Kindern fällt dazu nichts mehr ein.

Wir fragen uns immer wieder: Sind wir komisch oder die anderen? 😉

Irgendwie vergeht der Tag, Struktur verleihen ihm lediglich die Mahlzeiten. Irgendwann reicht es Ronny und er holt das E-bike raus. Ist ja nicht so, dass die Gegend um Malung nichts zu bieten hat! 🙂 Was im Winter Snowmobil-tracks sind, kann man im Sommer mit dem Rad versuchen.

Auch die Kinder wissen sich zu beschäftigen:

Während Ben Kekse futtert, lässt Tim ihm eine Pediküre angedeihen. Sie haben sich nicht einmal Schnittwunden zugefügt. Ich bin begeistert! 😉

Da mir absolut nichts einfällt, was ich tun könnte, versuche ich zu schlafen. Im Kopf packe ich allerdings zusammen und plane die Weiterfahrt. Es muss doch irgendwas zu tun geben?! Dann halt duschen…

Endlich kommt Action auf. Neue Camper trudeln ein. Hä, was machen die denn? Warum kommen die immer näher?

Eine riesengroße (!!!) freie Wiese – und sie fangen an, sich akribisch hinter uns aufzubauen. Einer nach dem anderen. Mit ungläubigem Staunen verfolgen wir das Manöver und fragen uns wieder: Sind wir komisch oder die anderen???

Tag 6 … endlich wieder in Malung :-)

Nachdem uns gestern Abend aus unklaren Gründen die Zentralverriegelung des Wohnmobils im Stich gelassen hat, wollten wir heute eigentlich zu einem Dethleffs-Händler fahren. Aber scheinbar hat auch Bertha ihre Phasen und so funktionierte nach dem Frühstück alles wieder von allein.

Wir sind also direkt zurück auf unsere E45 Richtung Norden gefahren und endlich wurde es immer leerer.

Auf Elche passen wir auf, selbstverständlich. 🙂 Wie gern hätten wir mal einen vor der Linse!

Das Wetter war ideal für eine ausgedehnte Mittagspause am See. Angenehme 26 Grad, in der prallen Sonne sogar 30.

Kurz vor Malung wurde das Gewölk jedoch etwas dichter…

Da sind wir wieder: Auf „unserem“ Campingplatz vom Februar 2018.

Vom See war 2018 nicht mehr viel zu erkennen und auch der Spielatz ist unter einer riesigen Schneedecke versunken.

Selber Rasthof, selbes Motiv, SOMMER! 🙂

Nach einem leckeren Ankunftskaffee hat Ronny sich zur Fahrrad-Tour verabschiedet und die Jungs erkunden mal mehr oder weniger streitend das Areal.

Für zwei Nächte bleiben wir erstmal hier, bevor es dann die letzten 100 km nach Mora an den Siljansee geht. 🙂

Tag 5 … Menschen über Menschen

Nach einer ruhigen Nacht mit Meeresrauschen ist der ordnungsgemäß parzellierte Campingplatz erwacht. Es ist wirklich erstaunlich, auf welche Art Menschen bereit sind, ihren Jahresurlaub zu verbringen: Auf einer vollen Wiese mit 4m Abstand zum Nachbarn… unklar. Zeit für uns weiterzureisen.

Bertha ist untenrum entleert, hat viel Wasser im Bauch, wir sind sauber und in frischer Wäsche…. einzig Ronnys Datenkarte für unser Reise-W-lan fehlte noch. Also fuhren wir bei Varberg wieder auf die Autobahn und wurden in Göteborg fündig. Endlich kann Ronny Musik hören und die Kinder ihre Filme/Spiele herunterladen…. Wie sind Familien nur früher verreist?! 😉

Die Autobahn ist noch immer voller Wohnmobile und Caravans. Südschweden ist echt gut besucht. Auf jedem Campingplatz den wir sehen, drängen sich die Fahrzeuge.

In Göteborg teilt sich die Autobahn und wir fahren auf die E45 „Inlandsvägen“ Richtung Norden. Hier wird es deutlich ruhiger,was mich optimistisch für unser heutiges Nachtlager stimmt.

Doch bis dahin sollte noch die sofortige Scheidung, unverzügliche Heimreise und die Suche nach einem einsamen Planeten bewältigt werden.

Zuerst stellten wir nämlich fest, dass nahezu jeder Waldweg abseits der E45 durch Tore, Zäune oder Schlagbäume versperrt war. Vielleicht eine Stunde lang fahren wir erfolglos umher.

Auch Ronnys Wild-Camp-App ist keine Hilfe, da kein verfügbarer Platz eingetragen ist. Also bleibt nur ein offizieller Campingplatz. Zwei steuern wir an, sind uns aber alle einig, dass wir nicht bleiben wollen.

Die Gereiztheit steigt. Die Kinder quengeln. Ich will noch ein Stück auf der E45 entlang. Und Ronny hat ausgerechnet jetzt keine Lust mehr weiterzufahren.

Noch ein Campingplatz wird angesteuert. Die Lage am Vänernsee ist direkt und toll, allerdings reihen sich wieder Menschen an Menschen. Als Ronny beim Check-In auch noch eine Nummer ziehen und warten soll, bis er aufgerufen wird, war es das. 😛

Er beschließt, vor der Schranke an der Parkplatz-Zufahrt stehen zu bleiben und mit den Jungs baden zu gehen. Ich hingegen will dort ganz bestimmt nicht verweilen und erst recht nicht anfangen zu kochen.

Also fährt er auf den hinteren Parkplatz unter Bäume. Beim Aussteigen stellen wir fest, dass der ganze Waldboden mit dicken, fetten Waldameisen übersät ist. Man kann nirgendwo stehen bleiben, sogar Teo springt hin und her. Ronny ist der Meinung, mich braucht das nicht zu stören, ich koche ja drinnen. Ich aber hatte schon vor, mich draußen aufzuhalten, gar keine Lust zu kochen und wollte sofort wieder weg.

Das Drama ist perfekt und alle Genervtheit bricht sich Bahn. Ronny rumpelt zurück auf die Zufahrt, packt die Badesachen und verschwindet. Ich will heimlaufen.

Nach der Erfrischung ist alles wieder heruntergekühlt und wir finden ein paar hundert Meter neben dem Campingplatz doch noch ein stilles Plätzchen.

Morgen schaffen wir es dann hoffentlich bis zum Siljansee (noch 300 km) mit Stop-over in Malung. Dort waren wir ja im Februar 2018 zum Skifahren und wollen mal schauen, wie es im Sommer aussieht.

Tag 4 … Hauswirtschaftstag

Bertha ist hungriger als gedacht. Auf 100km mag sie schon 17 Liter Diesel haben. Und besonders gut schmeckt ihr Ad Blue. Außerdem musste sie heute dringend ihr großes Geschäft verrichten.

Nachdem wir mehrere Tankstellen auf der Suche nach Harnstoff abgefahren sind, wurden wir bei Nummer 4 fündig.Doch Berthas Entleerungsdrang wurde immer schlimmer und so blieb uns nichts anderes übrig, als einen Campingplatz anzusteuern, wo sie ihre 100 Liter feinsten Biodünger loswerden konnte. ;-)Dabei stellten wir fest, dass es hier gar nicht so schlecht ist und bleiben für eine Nacht:

Vom Strand aus gesehen, den mittleren Weg, gleich der 3. Stellplatz rechts…. Direkt hinter den Dünen, das ist unsere Nachtlager mit Meerblick.Zwar haben wir heute nur unglaubliche 60 km zurückgelegt, sind noch immer nicht in Göteborg, aber der Kühlschrank ist gefüllt und im Service-Häuschen wäscht schon eine Maschine Wäsche.

Dann machen wir mal weiter nichts … 😀

Man beachte unsere unglaublich gefährliche Anaconda! 😉

Und zu guter Letzt ein schöner Sonnenuntergang.

Tag 3 … Erste Action

Nachdem das Wetter gestern in Malmö doch recht ungemütlich war, haben wir unsere Route nochmal überdacht und sind heute morgen in die andere Richtung gefahren – dort war Sonnenschein angesagt. 😉

Nach anderthalb Stunden Fahrt – die ich wieder glücklich verschlafen habe – sind wir im Bikepark angekommen.

Den Kindern haben wir nichts von unserem Plan erzählt und so war die Freude groß! 🙂

Im Winter ist dies ein kleines Skigebiet, im Sommer Bike-Revier.

Ich blieb derweil mit Teo bei Bertha und habe Essen vorbereitet.

Mein Tageshighlight: Der Urlaub steht mir, ich bin wunderbar schlank geworden! 😀 😀

… gekrümmte Spiegel, sowas brauche ich zuhause auch!! 😀

Gerade als ich für meine Biker Plinsen backe, kommt der Platzwart und weist uns darauf hin, dass in 10 Minuten das große Eingangstor geschlossen wird. Sofortiger Aufbruch war angesagt, dabei hatten wir damit gerechnet, diese Nacht auf dem Parkplatz verbringen zu können.

Ein neues Nachtlager musste her und die Kaffeepause wurde erstmal verschoben.

Ronnys Wild-Camp-App lotste uns treffsicher an einen See mit vielen idyllischen Stellmöglichkeiten direkt am Ufer…. die jedoch allesamt bereits von anderen App-Nutzern entdeckt wurden. Mist.

Wir fahren ein Stück weiter, sind nicht mehr an der Seelinie, aber dafür allein im Wald.

Die Jungs spazieren zum See, ich beende inzwischen das Plinsen-Projekt. Kurz nach 6 halte ich endlich den langersehnten Cappuccino in der Hand und pflege meinen Blutzuckerspiegel. 🙂

Nun klingt der Abend zwischen Blätterrauschen, Vogelgezwitscher und Kindergeschrei ruhig aus.

Mal sehen, ob ein Elch des Weges kommt. Ich bin gespannt….

Wir sind jetzt beim „B“ (Bens Handy)…und werden morgen Richtung Göteborg weiterfahren. Soweit der Plan… 😉

Tag 2… Willkommen in Schweden!

Bereits am zweiten Urlaubstag sind wir Eltern vor den Kindern wach – ein gutes Zeichen! 🙂

In unserer dicken Bertha schlafen wir ja wirklich himmlisch, kein Vergleich zu den schmalen und am Fußende abgeschrägten Betten im alten Caravan. Dort hätte ich das Doppelbett mit meinen derzeitigen Maßen wahrscheinlich alleine gebraucht. 😀

7 Uhr schauen Ronny und ich nach den Fährverbindungen von Puttgarden nach Rødby… Alle halbe Stunde, super. Ronny bucht online und für 147€ sind wir in 45 Minuten in Dänemark. 4 Stunden Zeitersparnis im Gegensatz zum Landweg. Also auf nach Fehmarn!

Es weht schon ein ordentliches Lüftchen. Die Fehmarn-Brücke ist gleich ein guter Test für die große übern Öresund.

Aber alles super mit der Bertha! Und so stehen wir ruck zuck an der Fähre.

Da ich noch immer meine bequeme bh-freie und in alle Richtungen dehnbare Reisekleidung trage, bin ich etwas überrascht, wie schnell auf einmal alles geht. Eigentlich wollte ich mich vor der Fähre noch „ordentlich“ anziehen. Aber es stellt sich heraus, dass Ronny irgendein VIP – Ticket gebucht hat und wir werden auf eine andere Spur gelotst und direkt in den Schiffsbauch durchgewunken. Nix mit umziehen. 😉

Wir haben die Pool Position eingenommen und lassen Teo in unserer Bertha zurück, um aufs Deck zu gelangen.

Kaum sitzen wir, legt die Fähre auch schon ab.

Die Kinder fanden die Überfahrt toll, ich wäre gern in der Bertha verblieben. Zum Glück dauerte es nur eine dreiviertel Stunde.

Willkommen in Dänemark!

Nun geht’s weiter Richtung Kopenhagen und Malmö. Unterwegs schauen wir den Kite-Surfern zu.

Da ich aufgrund des Windes etwas Bammel vor der Öresund-Brücke habe, war es sehr praktisch, dass ich eingeschlafen bin.

Erst unterm Meer entlang…

… dann überirdisch weiter….

Und schließlich:

Willkommen in Schweden!

Als Bertha stoppt, wache ich auf. Vor uns ein Schlagbaum, mein Kopf wundert sich, dass eine Grenzkontrolle vor der großen Brücke kommt… Noch etwas dudelig greife ich die Reisepässe und setze mich nach vorn, da kommt schon das Personal und stellt Fragen, englische Fragen … Yes, all Kids fastened… Höre ich mich bestätigen, dog? No …. not save, yes, we will do, good bye und weiter.

Dann fällt mir ein, woher ich das Wort kenne: Fasten seat belt! Ob die Kinder alle angeschnallt sind. Nee, gar nicht, liegen hinten und schauen TV, bin ja auch gerade erst aufgewacht … Ups 😎

Achso, wir sind schon über die Brücke… 😛 Auch schön! 🙂 Dann rechnen wir noch kurz die 900 Dänischen Kronen Brückenmaut in Euro um und stellen fest, dass die Überfahrt im Vergleich zum letzten Winter 2018 mit 120€ deutlich teurer geworden ist.

In Malmö begrüßt uns als erstes ein riesiges Ikea, so wie sich das gehört. 🙂 Wir fahren nicht mehr weit und finden einen Stellplatz mit Blick auf die verschlafene Öresund-Brücke.

Leider haben nicht nur wir diesen Stellplatz entdeckt….

… mittlerweile sind wir rechts und links zugeparkt – scheinbar von Menschen, die Menschen mögen und denen 2m Diskretionsabstand ausreichen…. Puh, ich freue mich auf morgen und die Weiterreise! 😉

Tag 1 … Urlaubsanfangsüberraschungen

Nach einer wirklich herrlich erholsamen Nacht, starten wir gegen 9 Uhr Richtung Insel Fehmarn.

Gestern haben wir noch das Wetter gecheckt und nicht wirklich Lust auf 14 Grad am dänischen Strand. Deswegen geht es über Puttgarden (Fehmarn) mit der Fähre nach Lolland, was uns eine große Brücke spart.

Den Öresund überqueren wir dann über die zweite Brücke und wollen von Malmö an der Küste entlang Richtung Karlskrona bis Stockholm. Für die Region sind 22 Grad gemeldet, das passt.

Die erste Überraschung bekam ich dann gleich heute morgen beim Anziehen: Mein einziger Umstandsrock und sämtliche Socken sind Zuhause geblieben. :-/

Als Schwangere ein Kleidungsbasic nicht dabei zu haben, geht gar nicht. Deswegen erster Stop in Berlin A10 Center… Das Ding, an dem ich bisher immer erleichtert vorbei gefahren bin und mich gefreut habe, in sowas gerade nicht zu müssen.

Aber heute stehen wir pünktlich zur Öffnung 10 Uhr an der Eingangspforte. H&M… meine Rettung. Hoffte ich zumindest. Nachdem ich „die Ecke“ für Umstandsmode gefunden hatte, war ich der Meinung, in einer Kleiderspende gelandet zu sein. Naja, Designer-Geschmack und Kunden-Geschmack müssen sich ja nicht zwangsläufig decken.

Zumindest in dieser Filiale geht man davon aus, dass Schwangere keine Röcke tragen. Nicht ein einziger war zu finden. Also begnüge ich mich mit einer kurzen Hose, direkt eine Nummer größer als normal, damit sie wenigstens ansatzweise dem bequemen Rocktragegefühl nahe kommt.

Ich bin also versorgt und die Männer haben derweil im Medimax gefunden, was scheinbar fehlte: Ein Y-kabel, damit Ben und Tim gemeinsam Fernsehen können… Und eine neue DVD gleich mit. Mir soll es recht sein. 😉

Ach, ein kleines Highlight:

Ist es nicht toll?! 😀 Ein rosa Glitzerauto… Sogar im Lack war Glitzer und das Lenkrad war mit einem Glitzerbezug versehen. 😎

Zurück auf dem Berliner Ring galt es Kilometer zu machen. Während Ben und Tim ihr neues Kabel feierten, konnte ich gemütlich schlummern und Ronny trotzte dem Wetter.

Und noch einem sind schließlich die Augen zugefallen… Technikerschöpfung 😉

Heute haben wir uns in der Nähe von Süsel eine schöne Wiese gesucht.

Doch beim Ausfahren der Hubstützen folgte die nächste Überraschung: Durch den fehlerhaften Anbau hat sie sich verbogen; jetzt so sehr, dass Ronny nicht mehr richtig einlenken konnte. Super. 🙁

Von 18-21 Uhr war also Reparatur durch Improvisation unter suboptimalen Bedingungen angesagt.

Ich staune immer wieder, wie Ronny alles zum Laufen bekommt. Die Stütze ist zwar noch immer schief dran, aber kann sich nun nicht weiter verbiegen und lenken geht auch wieder. Hat er super gelöst!

Sobald wir wieder Zuhause sind, darf der Händler ran – ordentlich nachbessern!

Nur einen ließ das alles kalt:

„Hey, hier gibt’s Kaninchen? Oder Wühlmäuse? Klar, hol ich mir!! … Is was? Hat einer was gesagt?…“ 😀