Tag 20 … Kurvenreich durch und durch

Ronny wollte so gern noch die Vespa fotografieren. Allerdings wurden wir 5 nach 8 von ihrem Abfahrtsgeräusch geweckt.

Gemütlich kommen auch wir in die Gänge und starten 11 Uhr in Richtung Trollstigen.

Der Trollstigen ist die berühmte Touristenstraße, welche in 11 Haarnadelkurven auf 850 müNN hinauf führt. 12% Steigung muss Bertha meistern.

Oben gab es dann eine schöne Aussichtsstation mit allerlei Nippes und massenhaft Touristen.

Wir fahren weiter über ein Hochtal. Die Landschaft erinnert an unser schwedisches Stekkenjok.

Wir finden eine schöne Stelle und pausieren ausgiebig.

Glasklare Gebirgsbäche münden in schöne Lagunen.

Wir fahren weiter Richtung Geiranger.

Nach der Fährüberfahrt lockt Ronnys Wild-Camp-App (Overlander App) in Eidsdal mit Aussicht.

Leider ist ein Schild „No Camping“ aufgestellt, weshalb ich weiterfahren möchte.

Ronny will die handgeschiebene Tafel ignorieren, weil es ihm nicht offiziell genug ist. Genervt gibt er schließlich nach.

Wir fahren nach Geiranger.

Eine Spitzkehre nach der anderen geht es hinab ins Tal. Sehr beeindruckend!

Allerdings kann man vor Touristen kaum treten. Die beiden Campingplätze sind voller als voll und wir sind uns einig, genug gesehen zu haben.

Ronny möchte mit der Fähre durch den Fjord fahren Richtung E39.

Da wir für die eine kurze Überfahrt heute schon 50 € bezahlt haben und in diesem Touristengebiet der Transport sicher noch teurer ist, bin ich der Meinung auf der anderen Seite wieder hinauf und um den Fjord drumherum zu fahren.

Böse Falle!

Ich habe die Karte nicht weit genug herangezoomt, denn erst dann wurde die detaillierte Straßenführung sichtbar und damit der ca. 150 Kilometer lange Umweg. 🙁

Unzählige Kurven führen wieder hinauf auf 1200 Meter. Mein Bauch findet das überhaupt nicht mehr angenehm.

Die Aussicht jedoch ist gigantisch.

Allerdings sind wir jetzt direkt im Gebirge.

Dann reden Ronny und ich auch noch aneinander vorbei und er biegt in die falsche Richtung ab. Nach einer Weile bekommt auch er es mit.

Fast 21 Uhr.

Die Kinder haben Hunger, mein Blutzucker juckt in der großen Zehe, Lui vollführt Turnübungen der Extraklasse, Handyempfang war mal irgendwo, das Navi hat keine fertig geladenen Karten und wo wir gerade parken, sind die altbekannten Mücken und Knots.

Mich überkommt die Panik der sofortigen Geburt, Ronny ist sich mit der Scheidung nun ganz sicher und die Kinder fragen, wie lange es denn noch dauert.

Ich will Richtung Oslo fahren und von dort sofort nach Hause. Ronny möchte zurück zur E39. Aber auch die Kinder finden, dass wir ja nur hier sind, weil ich nicht Fähre fahren wollte.

Es geht also zurück und zwar soweit bis wieder Handyempfang ist. Ich soll das Nachtlager aussuchen. Da ich weiß, wie genervt Ronny ist, schlage ich jede Straßenbuchte vor, an der wir vorbeikommen.

Die ist es nun. Hinter uns verläuft die Straße Nr. 15 Richtung Stryn und irgendwie scheint es der Hauptversorgungsweg nach Westen zu sein. Hier donnert ein LKW nach dem anderen entlang. Ideal sieht anders aus. Aber wir schauen nach vorn. 😛

Tag 19 … Auf der Atlantikstraße

Heute war ich zuerst wach und hatte den Fjord ein paar Momente „für mich“. 😉

Doch ehe wir wirklich abfahrbereit waren, verging noch einige Zeit. Vor 12 kommen wir selten wirklich los.

Schließlich verlassen wir Aresvika über die Insel Tustna nach Tømmersvåg, wo wir mit der Fähre nach Kristiansund übersetzen. 23 Minuten Fahrt – 52 Euro.

In Kristiansund weisen schon die Schilder zur Atlantikstraße. Doch zuerst verschluckt uns die Dunkelheit.

Darauf war ich nicht vorbereitet. 😉 Ein 5 Kilometer langer Tunnel mit 10% Gefälle unter dem Meer hindurch auf die nächste Insel.

Insgesamt führt die Atlantikstraße über 8 Brücken und ist als Straßenabschnitt nur knapp 9 Kilometer lang.

Ruck zuck war alles vorbei, aber sehr imposant! Lohnenswert, wenn man gerade hier oben ist und das Wetter mitspielt.

Nun geht es weiter nach Molde, denn wir wollen noch eine Fährüberfahrt „erledigen“, um morgen direkt zum Geiranger-Fjord starten zu können.

Die Landschaft versetzt uns immer wieder in Staunen.

Mittendrin erspähen wir einen Wohnmobil-Händler. Sehr praktisch. Heute morgen wollte ich unsere Tiefkühlbrötchen ausfrosten… Es machte nur knack und dann klack-klack beim Versuch die Tür des Gefrierfaches zu öffnen.

Leider konnte uns der (deutsche) Mechaniker nur bestätigen, was Ronny schon vermutete: Die blöde Plastikhebel-Technik ist irgendwo innen gebrochen und ohne Ausbau der kompletten Kühl-, Gefrier-und Ofenkombi kann man da nichts machen.

Bloß gut, dass das ganze Hundefutter hinten in der Engel-Box lagert. Einzig Tim ist traurig, da er jetzt auf „seine geliebten Nuggets“ verzichten muss.

Wir nähern uns der Fähre. Und dem Gebirge. Norwegische Campingplätze sehen auch gern mal so aus:

Aber alle voll. Uns ist das ein Rätsel. Wir sind komisch.

Immerhin kommen wir genau passend an: In 5 Minuten startet die Nächste Fähre.

Jetzt fällt allerdings auf, dass wir von unserer E39 abgekommen und der 64 gefolgt sind. Das ist zwar eine ganz andere Fähre, aber nach Åndalsnes kommen wir so auch.

Willkommen im Romsdalsfjord.

Während wir schon Ausschau nach einem Nachtlager halten, sehen wir auf der anderes Fjordseite von Åndalsnes ein riesiges Schiff ablegen. Die Arktica.

Ronnys Wild-Camp-App lotst uns bei Isfjorden in die Höhe.

Leider konnten wir dort nicht stehen bleiben, da dies eine Schafweide war. Aber ein paar Meter weiter gibt es vom örtlichen Schützenverein einen Gemeinschaftsgrillplatz.

Hier haben sich auch schon zwei Vespa-Fahrer niedergelassen. Wir kommen mit dem Pärchen ins Gespräch. Sie sind seit über einem Jahr unterwegs – mit ihrer Vespa von Sydney bis hierher. Sehr schön, mal wieder australisches Englisch zu hören! 😉

Mit einem kleinen Barbecue endet dieser Tag. Einzig Teo jammert, da er wieder an der Leine sitzen muss. Vorhin war er schon von einer freilaufenden Schaffamilie umzingelt. Mit nicht angeleinten Hunden kann man es sich in Norwegen echt verscherzen.

Tag 18 … Fischverbot!

Heute wechselten wir nur innerhalb des Campingplatzes unseren Standort.

Ronny erspähte beim Wäsche ansetzen eine freie Lücke und parkte uns schnell um.

Das Wetter wandelt sich zügig von bewölkt zu sonnig, von heiß zu windig, aber unterm Strich bleibt es sehr angenehm temperiert.

Während Tim und ich gestern bereits wohlig schlummerten, kamen die beiden restlichen Ermels kurz vor Mitternacht ins Wohnmobil. Noch mehr Fische hatten sie dabei!!

Und den entsprechenden Geruch dazu. 😉

Heute morgen (9 Uhr) weckt uns eine zugeschlagene Tür. Durchs Fenster sehen wir Ben mit seiner Angel Richtung Steg flitzen.

Zum Frühstück kommt er dann mit der nächsten vollen Tüte Fische. Teo allerdings verschmäht die kopflose, rohe Makrele. Scheinbar mag er nur die gebratene Variante.

Die Jungs leihen sich ein Motorboot aus und erkunden die Gegend zu Wasser.

Ich verzichte gern auf das Geklatsche über die Wellen, was mein Körper eh nur mit einem dauerharten Babybauch kommentieren würde.

Während ich meine Stille im Liegestuhl genieße, wirkt Teo unglücklich.

Für ihn ist Norwegen nicht der beste Platz. Im gesamten Land herrscht immer und überall Leinenzwang.

Hier haben freilaufende Schafe Vorrang und man möchte vermeiden, dass Hunde sie jagen oder verletzen.

Beim Kraxeln über die Klippen finde ich eine nicht einsehbare – völlig schaffreie – Stelle und lasse Teo los.

Doch was macht der Blödkopp? Geschäft absetzen und dann zum Platzwart rennen, der gerade den hinteren Weg entlang kommt. Wieder diese Intelligenzfrage… 😉

Plötzlich höre ich Motorgeräusche.

Die Jungs kommen nach mir schauen. Gerade rechtzeitig bin ich von den Felsen runter, bevor Ronny mich dort herumturnen sieht. 😀

Nach ihrer Tour verschwindet Ben direkt wieder Richtung Steg. Als er Bescheid sagen kommt, dass sie das Camp verlassen und zu einer Stelle gehen, wo man laut anderen Kindern „viiiiel besser“ angeln kann, spreche ich das Fischverbot aus.

„Aber Mama, ich bringe die Fische doch gar nicht mit!“

„Was machst du denn mit denen?“

„Mama,das ist ein ganz cooles Spiel! Das geht so: Wir angeln um die Wette und wer die größten hat, ist Gewinner. Danach werfen wir die Fische wieder zurück ins Wasser.“

Ich bin entsetzt. Auf so eine Idee wäre ich nie gekommen! Wir führen ein Gespräch über Schmerzempfinden anderer Lebewesen.

„Das ist ja auch kein Spiel für Mädchen, Mama! Du kannst das gar nicht verstehen!“

Hallo? Sehr wohl verstehe ich, ob etwas Schmerzen verursacht oder nicht. Ich schlage Ben vor, dass wir es mal ausprobieren. Ich bekomme die Angel und versuche Ben zu erwischen. Das will er dann aber auch nicht. Stinkig zieht er ohne Angel seiner Wege.

Als ich Ronny später davon erzähle, meint er, so funktioniere Sportfischen. Ich sage, er verwechsle das jetzt mit Tierquälerei.

Seit geraumer Zeit sind übrigens alle Ermels verschwunden. Ich wette, am Wasser finden exklusive „Jungs-Spiele“ statt. *augenroll*

Bei unserer Kaffeepause besprechen Ronny und ich die weitere Route. So langsam wird es Zeit, nach einer Fährverbindung zu schauen.

Nachdem wir verschiedene Varianten durchgespielt haben, bleiben wir bei der gut 3 Stunden dauernden Fahrt von Kristiansand nach Hirtshals.

So verlockend mehr Zeit hier oben wäre, eine längere Überfahrt bedeutet für Teo mindestens 18 Stunden im Wohnmobil ausharren oder in einer speziellen Haustierbox irgendwo im Schiff. Auch wenn man eine Schlafkabine bucht, dürfen Hunde dort nicht mit rein.

Wir entscheiden uns für die Color Line am Donnerstag, den 1. August, 16:30 Uhr. Da die Überfahrt in die Abendessen-Zeit fällt, haben wir gleich Restaurantplätze inklusive Essen gebucht. So werden die reichlichen 3 Stunden schon vergehen. 🙂

Tatsächlich! Jetzt stehen hier Schafe hinter der Bertha!

Ronny dreht noch eine Runde mit dem Boot, bevor wir den Tag kulinarisch lecker mit fischfreien Spaghetti Carbonara beschließen. 🙂

Tag 17… Urlaub 2.0 in Norwegen

Nach einer stürmischen Nacht am Trondheim-Fjord zeigt sich Norwegen heute von seiner besten Seite.

Beim ausgiebigen Frühstück wägen wir das Für und Wider eines Städtetages in Trondheim ab.

Schließlich entscheiden wir uns aufgrund der Innenstadtlage der Touristeninformation ohne Parkmöglichkeiten für Bertha, des eingeschränkten Lauf-Radius einer Schwangeren im 8. Monat und dem mangelnden Kulturinteresse unserer Kinder dagegen.

Stattdessen steuern wir einen etwas abgelegen Campingplatz an und wollen endlich diese ganzen Outdoor-Sachen nachholen.

An Trondheim fahren wir vorbei.

Timmi hat mit vorn Platz genommen. Jetzt ist die Landschaft „interessant genug“. (Ja, der Anschnallgurt geht unter Tims Schulter vor seinem Bauch weiter! 😉 )

Teo ist kein Tunnel-Hund. Sobald es dunkel wird, beginnt er hektisch zwischen Fahrerkabine und Wohnbereich hin und her zu laufen. Sieht er wieder Tageslicht, beruhigt er sich.

Ein- oder zweimal ist das ganz unterhaltsam. Aber dass sich auch nach dem 7. Tunnel noch kein Lerneffekt einstellt, macht uns schon nachdenklich. Wir schwanken aktuell in unserer Meinung bezüglich der Intelligenz dieses Tieres. 😉

Nach gut zwei Stunden Fahrt stehen wir an der Fähre.

Während wir warten, kommt ein Angler zu uns und bittet um einen Beutel. Er sei auf diese Menge Fische nicht eingestellt gewesen und habe so viele gefangen.

In Nullkommanichts sind die Jungs verschwunden und ich bleibe alleine bei Bertha, die mit ihren von vorn bis hinten offen stehenden Türen einen recht ausgeweideten Eindruck abgibt.

Von Weitem sieht das erfolgreich aus.

Von Nahem auch. 😀

Die zwei Angler kommen aus der Ukraine und schenken Ronny zum Dank für die Tüte 5 Makrelen. 2 fängt Ben…. Das Abendessen ist gesichert. 😀

Schnell abgestochen und ausgenommen… Die Fähre startet gleich und wir stehen ganz vorn in der Reihe! Alle rein in die Bertha, die Fische ins Spülbecken gestopft (ich bin ja froh, dass sie mir die nicht zum Halten auf den Schoß gegeben haben!) und rauf auf den Kahn.

Nach einer knappen viertel Stunde erreichen wir die Insel und fahren quer hinüber zum Campingplatz.

http://www.nothaugen.no

Es stellt sich heraus, dass 80% der wenigen Gäste aus Deutschland kommen.

Die Kinder finden sofort Anschluss und waren fortan kaum gesehen.

Ronny säubert und filetiert die Makrelen. Dabei lässt er sich noch einige Handgriffe von echten norwegischen Fischprofis zeigen.

Ich bereite die Gemüsepfanne zu. Als alles angerichtet ist, kommen die Kinder:

„Was gibt es heute zum Abendbrot?“

„Na, deinen Fisch, Ben!“

„Zum Essen?“

„Hä, was denn sonst?! Und Gemüsepfanne dazu.“

Jetzt Tim:

„Fisch? Igitt, sowas esse ich nicht!! Meinen kann Teo haben. Wie sieht die Gemüsepfanne denn aus?“

„So hier, mit Zwiebeln, Paprika, Zucchini, Kartoffeln und Haloumi.“

Beide Kinder:

„Haben wir denn kein Brot?“

„Sicher. Dann kümmert euch mit dem Abendessen!“

Nachdem sie sich in einer Geschwisterliebe und -fürsorge Käseschnitten geschmiert haben, wollen sie wieder verschwinden. Ronny fragt, wohin sie gehen.

„Na, runter an den Steg, angeln!“ 😀

Ohne Worte! Wir vermuten, dass Ben nur angeln will, um sein neues Messer auszuprobieren. Ich hoffe echt, die haben heute kein Glück mehr.

Zum Schluss steht der Teller mit den gebratenen Makrelen-Filets einsam auf dem Küchentisch. Und nachdem alle verschwunden sind, lässt einer es sich besonders gut schmecken…denn doof ist er nicht. Dass er einfach nur auf den rechten Moment warten muss, hat er kapiert. 😀

Wir sind beim oberen blauen Punkt.

Tag 16 … Mückenfrei am Trondheim-Fjord

Dieser letzte schwedische Stellplatz hat uns überhaupt keine Mückenpause gegönnt – weder nachts noch morgens.

Alle Fenster blieben zu… mittlerweile wissen wir, dass die Viecher durch die geschlossenen Dachluken im Bad kamen.

Da half auch kein Öffnen. Von allein fliegen sie nicht weg.

Auch dem Fahrtwind haben sie getrotzt, so dass wir schließlich von innen öffnen, sie größtenteils absaugen und den Rest jagen mussten.

Nichts wie weg Richtung Norwegen!

Unterwegs halten wir in Åre. Dies ist ein Wintersportgebiet, das ich mir für die Ferien 2018 herausgesucht hatte, jedoch lag es für unsere damaligen Reisepläne zu weit nördlich. Heute hingegen direkt an der Strecke. 🙂

Im Sommer findet man hier einen tollen Bike Park und zahlreiche Outdoor-Angebote. Der anvisierte Campingplatz erweist sich jedoch als für uns unpassend, da er direkt an der großen Europastraße liegt und super laut ist.

Ronny und die Kinder machen die Bikes klar.

Von 600 müNN ging es hinauf bis auf 1400 Meter. Ein gigantischer Weitblick!

Nach dem Stop trennen uns noch 140 Kilometer von Trondheim. Wir beschließen weiterzufahren, denn auch in Åre kamen die ersten Mücken.

Schnell erreichen wir die unbemannte Grenze zu Norwegen. Die Landschaft wandelt sich.

Da ist es … das Meer! 🙂

Und tatsächlich, wir steigen aus und können uns frei bewegen! Vereinzelt kommt mal eine Mücke vorbei, aber alles nicht der Rede wert.

Tag 15 … Das Ende der Wildnis

Von unserem idyllischen Übernachtungsplatz nehmen wir Kurs auf Vilhelmina.

Eigentlich wollten wir nochmal ins Innere des Wildnisweges zum Borgafjäll. Laut Broschüre gibt es dort neben toller Landschaft eine samische Siedlung und Kunsthandwerk. Ein erneuter Kulturversuch.

Doch plötzlich weist am Straßenrand ein Schild auf einen Aussichtspunkt hin. Wir biegen ab zur Stalonberget utsikt.

Herrlich! Das hat sich gelohnt. Hier oben treffen wir eine schwedische Familie. Sie befahren den Vildmarksvägen in anderer Richtung und wir tauschen uns über die Strecke aus.

So erfahren wir, dass unser geplanter 140 km langer „Umweg“ ins Innere nichts bringt, wenn man nur wegen der samischen Kulturstätte dahin fährt. Es wäre ähnlich verlassen, wie in Ankarede. Da haben wir mehr von dem samischen Museum in Vilhelmina.

Wir nehmen den Hinweis dankend an und ändern unseren Kurs. Kurz vor Vilhelmina begegnet uns die erste touristisch aufbereitete Einkehrmöglichkeit. Eine Räucherei mit Boutique und Restaurant.

Alles was bei uns aus Schwein gemacht wird, liefert hier der Elch. Der wilde Beigeschmack ist unverkennbar. 😉

Im Souvenir-Laden gibt es immerhin samische Messerkunst. So ein Ding muss es jetzt sein für Ben. Ich schlage ein kleines vor. Ben lacht, Tim schneidet sich sofort. Ich verbiete den Messerkauf. Wir gehen zurück zur Bertha, die Wunde versorgen.

Nach Pancakes mit Marmelade und Eis ist der größte Schmerz vergessen. Ich habe mein Kaffeetrinken derweil in die Bertha verlegt, da in diesem ganzen Restaurant mit großer Opferauswahl eine einzige Mücke nur mich unter dem Tisch 6x gestochen hat.

Schließlich kommen die Jungs mit Messer zurück. Ronny kann man ja wunderbar beschwatzen und Ben weiß ganz genau, wie er es machen muss.

„Mama, sag nichts, ich arbeite dafür!! 3 Stunden (á 5€) zusätzlich habe ich mit Papa vereinbart und mein ganzes Urlaubsgeld von Oma gebe ich auch noch dazu.“

Und Ronny: „Katrin, sag nichts, ich habe mit Ben jetzt einen Kreditvertrag…“

„Ja, Mama, wir sind uns ganz einig!“

Ich schlage vor, dass wir das Messer mit heim nehmen und er es bekommt, wenn er gearbeitet hat. Sehr genau erinnere ich mich nämlich, dass er so einige Kreditsachen laufen hat! 😉

„Oh Mama, nee, das ist jetzt zu spät. Wir haben es schon mit Handschlag besiegelt!“

… da kann man natürlich nichts mehr machen, ist klar… 😀

Für Tim fallen die scharfen Sachen jedoch definitiv aus. Er durfte seine Elch-Familie vergrößern.

In Vilhelmina angekommen, stoppt Ronny beim Angelladen und findet Ersatz für seine gestern zerstörten Teile. Heute will er sich erneut an die schwedische Fischereitechnik wagen.

Doch zunächst suchen wir die Touristeninformation auf, um herauszubekommen, wer die Quad-Touren hier anbietet. Ben redet seit Tagen davon.

Auch das Sami-Museum ist gleich um die Ecke.

Das war es auch schon. Ein paar nachgebildete Hütten und eine schwedische Infotafel. Enttäuscht ziehen wir weiter. Die touristische Aufbereitung der lokalen Attraktionen ist echt ausbaufähig.

Nachdem wir ein wenig durch Vilhelmina gefahren sind, beim Coop unsere Vorräte teuer aufgefüllt haben und der Quad-Tour-Veranstalter via Facebook antwortet, dass er derzeit in Italien urlaubt, seine Touren eher für den Winter ausgelegt sind und wir dann wiederkommen sollen, reicht es uns.

Wir beschließen, das Unterfangen schwedische Wildnis an dieser Stelle zu beenden.

Unsere Frustration darüber nichts oder kaum etwas von dem tun zu können, was wir uns eigentlich vorgestellt haben, gipfelt. Entweder lähmt uns dieses Viehzeug oder die falschen touristischen Angaben… Es nervt einfach nur noch.

Lagebesprechung mit Freund Google.

Fazit: Wir fahren direkt runter nach Östersund und von dort über Åre (Bikepark) nach Trondheim in Norwegen.

Um irgendwie Bewegungsfreiheit zu erlangen, müssen wir von dem Viehzeug weg. Am Meer sind keine Mücken.

Da wir uns von der schwedischen Küste nicht viel versprechen, die überfüllten Campingplätze kennen, wollen wir es wenigstens mit neuer Landschaft versuchen. Hierfür scheint uns die E39 von Trondheim nach Kristiansand mit einem Abstecher über die Atlantikstraße geeignet.

Von Kristiansand wollen wir mit der Fähre an die dänische Spitze nach Hirtshals übersetzen und an der Westküste hinab bis Vejers Strand fahren.

Das ist jetzt erstmal grob der neue Plan.

Heute Nacht lagern wir hoffentlich zum letzten Mal bei geschlossenen Fenstern am „idyllischen See in Schwedens Wäldern“.

Schweden im Sommer – nie wieder!

PS: Aufgrund von extremen Mückenbefall hat Ronny seine Angelversuche nach 10 min eingestellt. Auch das neue, giftigere Moskito-Repellent hat versagt.

Tag 14 … So langsam läuft’s

Mitten in der Nacht schlug das Wetter um. Wind und Regen. Im normalen Tonfall haben Ronny und ich uns gar nicht mehr verstanden, so laut wurde es in der Bertha.

Um uns begannen sich kleine Seen zu bilden. Wie gut, dass wir etwas erhöht geparkt hatten. Immerhin konnten wir jetzt durchlüften, weil keine nervigen Flugsubjekte unterwegs waren.

Pünktlich zum Tagesstart zeigte sich das Stekkenjokk von seiner sonnigen Seite.

Na, dann kann es losgehen! 🙂

Wir gelangen nach Lappland.

Eigentlich wollte Ronny auf dem Hochplateau (ca. 900 – 1300 müNN) wandern gehen. Ausgangspunkt für Mountainbike-Touren sollte es auch sein. Zumindest laut Broschüre der Touristeninformation.

Tatsächlich aber muss man sich seine Unternehmungen ziemlich selbständig erschließen. Nirgendwo haben wir eine entsprechende Infotafel oder Beschilderung gefunden.

Unterwegs mit Kindern und nicht wissen, wie weit eine Tour ist, wie anspruchsvoll etc. ist einfach blöd. Und für querfeldein ist das Gelände mit seinen Wetterkapriolen zu unberechenbar.

Also schalten wir auf Touristenbus-Modus, fahren staunend weiter und spekulieren, was wir als junges, unabhängiges Pärchen kinderlos und unschwanger hier alles unternehmen würden. 😀

Dem Nachwuchs die Schönheit der Landschaft nahe zu bringen, haben wir heute final aufgegeben. Für sie ist es das Größte, während der Fahrt hinten in den Betten zu liegen, Tablet zu spielen, Filme zu schauen und heimlich Schokolade zu essen. Witzig, dass sie denken, wir merken das nicht. 😀 Vor allem das übrig gebliebene Papier spricht Bände… Aber wenn man sie fragt, woher es kommt: „Das weiß ich nicht, das lag schon da, bestimmt von gestern…!“ :D:D

Bäume zieren wieder das Landschaftsbild. Wir verlieren an Höhe.

Wir biegen ab und wollen zu einem kleinen Wandergebiet. Ich freue mich auf ein paar ruhige Stunden, Ronny will unbedingt in die Natur eintauchen. Egal, wie stechviehreich die sein mag.

Der Anfang (45min) läuft, dann taucht Ben in die Natur ein, komplett mit Schuhen und Hose – pitschenass. Timmi findet das praktisch, er habe eh keine Lust mehr zu laufen. Ronny könnte in den nächsten Baum beißen.

Alle machen kehrt und verdrängen meine Stille. Ronny direkt mit Laune. Nach einem späten Mittagessen geht es weiter. Die Landschaft glättet die Wogen. 😉

Wir nähern uns Saxnäs. Unterwegs ein schöner Stop am Fluss.

In Saxnäs ist alles wieder fein zivilisiert. Jeder Vorgartenrasen diszipliniert rasiert.

Wir steuern einen Campingplatz der Marsfjäll Mountain Lodge an, fahren aber beim Anblick der strengen Parzellierung gehobener Klientel, was sich vor allem im Übernachtungspreis widerspiegelt, direkt weiter.

Gleich hinterm Ortsausgang sehen wir Leute beim Fliegenfischen. Ronny lässt es sich erklären und versucht mit Bens Angel auf seine Weise erfolgreich zu sein.

Wir fahren noch ein Stück weiter und halten Ausschau nach einem Lager für die Nacht. Der Fluss reizt uns sehr.

Tatsächlich finden wir ein paar Kilometer weiter eine schöne Stelle.

Ronny dreht mit Teo noch eine kleine Abendrunde und folgt dem Schild „Fiskestig“. Endlich kommt er zu seiner langersehnten Wanderung. 😉

Tag 13 … Über der Baumgrenze

Niemals hätte ich damit gerechnet, dass nach der letzten Nacht, ein so schöner Tag folgt!

Bis Mitternacht haben uns die Fliegen in Atem gehalten. Schlussendlich haben wir wirklich jede Ritze so dicht, wie möglich verschlossen und drinnen unter der Klimaanlage gesessen, um nicht zu erschwitzen.

Um 2 war die Nacht zunächst vorbei. Hinten bei uns ständig neue Mücken drin, dabei war kein Fenster offen. Das Drama ging bis 3, dann schrien die Kinder vorn im Alkoven…. auch alles voller Mücken.

Um 4 habe ich Ronny gebeten, weiterzufahren, aber der musste erstmal schlafen…. Und dann ENDLICH schlug das Wetter um. Wind kam auf und rüttelte an der Bertha – alles Getier verschwand. Total erschöpft sanken wir in die Betten und haben noch bis 9 geschlafen.

Vormittags war es dann richtig schön und ich konnte endlich gemütlich am See sitzen. Nach Aufbruch stand mir so gar nicht der Sinn, aber es gab schließlich noch viel zu entdecken.

Also weiter geht es nach Ankarede, einer Samensiedlung. Ich lechze nach etwas Kultur. 😉

Offensichtlich kennt man hier im hohen Norden das Nagel-Spiel, welches mein Opa gerne machte: Mit der Finne (Spitze Seite vom Hammer) den Nagel mit einem Schlag so tief, wie möglich versenken.

Wer seinen Nagel mit den wenigsten Versuchen zuerst im Baumstamm hat, ist der Sieger. Man kann die einzelnen Schläge an Schnäpse koppeln…. ob die Samen das auch so spielten, wer weiß. 😉

Weiter geht es zu einem kleinen Wandergebiet: Bjurälven.

Ronny ist der Meinung, was Snowmobile im Winter können, schafft er im Sommer mit dem Rad und beschließt den 6 km langen Hiking-Trail mit dem Bike zu bezwingen. Nach 1,5 km wird er eines Besseren belehrt.

Da uns die Mücken und vor allem „Knots“ wieder plagen, beschließen wir weiter Richtung Stekkenjokk und damit höher ins Gebirge zu fahren.

Knots sind übrigens kleine Fliegen. Etwa ein Viertel so groß, wie unsere normalen Hausfliegen. Anfangs haben wir sie als ungefährlich eingestuft und ignoriert.

So saß auch Teo zwei Stunden angeleint vorm Wohnmobil…. sind ja nur Fliegen. Beim Zerklatschen im Auto fiel auf, dass ziemlich viel Blut in den Viechern ist – unser aller Blut! Und das vom bäuchlings völlig zerstochenen Teo.

Bei seiner Radtour hatte Ronny zwei Schweden getroffen, die ihm erklärten, dass es dieses Jahr wohl besonders schlimm sei mit dem Viehzeug. Im September sei es besser.

Und unsere Mückenmittel helfen hier nicht, nur die ganz harte Chemie oder das Teerzeug der Einwohner.

Das konnten wir nebenbei in einem Laden Probe riechen: Eine Mischung aus Teer, verbranntem Holz und noch einer undefinierbaren Einsamkeitskomponente. Absolut nicht tauglich für das soziale Miteinander. 🙂

Aber für den, der hier oben in dem Wäldern wohnt und mit seinen ebenso riechenden Leuten unterwegs ist, wird es gut sein.

Wir haben die Bäume hinter uns gelassen und auch den Handyempfang.

Auf einem kleinen Aussichtsplateu stehen schon ein paar Camper. Wir parken für die Nacht ebenfalls hier.

Im Winter lag die Schneehöhe bei 7m. Das erklärt auch, weshalb die kleine Schutzstation aus Beton hier steht.

Ausgestattet mit Erster Hilfe, einem Nottelefon, Decken, Kerosin etc. bietet sie bei Wetterumschwung oder anderen Ernstfällen Herberge.

Kristallklares Wasser.

Nach einem leckeren Abendessen, kommen auch hier wieder die Mücken.

Wieder eine andere Art: Der Stechrüssel ist extrem lang und wird direkt beim Anflug schon eingesetzt.

Hört man sie summen, ist es eigentlich schon zu spät. Und die stechen auch einfach mal durch mehrere Lagen Kleidung.

Deswegen tragen hier oben alle diese Fjäll Räven Klamotten aus G-1000 Stoff. Der ist nämlich stichdicht. Zufälligerweise hat Ronny nur solche Hosen, wie praktisch für ihn. 🙂

Den restlichen Abend haben wir ganz anders verbracht als gedacht. Als „Betthupferl“ sollten wir heute erfahren, weshalb einst die Sicherung der Toilette Probleme machte.

Genau jetzt, hier oben in der totalen Abgeschiedenheit, ging nämlich gar nichts mehr nachdem Tim erfolgreich sein Tagesgeschäft abgesetzt hatte.

Die nächsten zwei Stunden verbrachte Ronny mit der Entleerung, der kompletten Demontage des Klos in alle Einzelstücke und schließlich mit der Säuberung des Zerhäckslers von feuchtem Toilettenpapier. Das war der Übeltäter! Dieses darf nämlich nicht ins Klo, sondern muss extra entsorgt werden. Aber wie das eben so ist… mit Kindern….man sagt es ihnen vorher… und dann tun sie es trotzdem. Zum Schluß ist es natürlich keiner gewesen. Das-weiß-ich-nicht und Das-war-ich-nicht, die beiden Schelme, reisen hier wie gewohnt ebenfalls mit.

Ronny bekommt es wieder hin und alles funktioniert einwandfrei. Jetzt ist Nachtruhe angesagt. 😉

Tag 12 … Freud‘ und Leid

Heute befinden wir uns auf dem ersten Abschnitt des Vildmarksvägen.

Bevor wir Strömsund hinter uns gelassen haben, trafen wir in der Touristeninformation Verena aus Deutschland.

Sie lebt mit ihrem Mann seit einigen Jahren in Schweden und hat uns viele Tipps gegeben.

Ihrem Rat folgend, machen wir uns auf den Weg zu einem beeindruckenden Wasserfall. Allein die gut 100 km Fahrt dahin, führten durch eine wirklich wunderschöne Landschaft.

Angekommen am Hällingsåfallet, werden wir von einer Mischung aus Riesenbienen, Bremsen und den obligatorischen Mücken empfangen. Nur in Autan-Schwaden wagen wir uns durch das Gelände.

So schön das alles aussiehst, lange verweilen konnten wir aufgrund der Geviech-Lage nicht.

Auch einfach mal mit dem Auto bei geöffneten Fenstern stehen bleiben, ist besser zu unterlassen. Ruck zuck hat man die Fahrerkabine voller Bremsen und hornissengroßen Bienen. Es ist echt zum Heimfahren!!

Beim Suchen des Nachtlagers sind wir falsch abgebogen und plötzlich in Norwegen. Direkt hinter Gedädde ist nämlich die Staatsgrenze. Auf dem Rückweg nach Schweden finden wir ein super schönes Plätzchen (noch in Norwegen).

Anfangs waren wir noch optimistisch, diese Schwärme mit Feuer und Rauch vertreiben zu können… aber Fehlanzeige, hier hilft gar nichts, außer rein in die Bertha und alles geschlossen halten. Ich bin maximal begeistert von dem Urlaub. 🙁

Tag 11 … Neue Pläne, neue Hoffnung

… der Tag war lang!

Ronny holt gerade die letzte von drei Maschinen Wäsche aus dem Trockner und dann ist Schluss für heute! 🙂

Aber da es nicht wirklich dunkel wird, fällt es überhaupt nicht auf, dass es schon halb 11 ist. Wir erschrecken immer richtig, wenn wir auf die Uhr sehen: Gefühlt halb 10, tatsächlich fast Mitternacht….oder: Hui, schon früh…. Nee, erst nachts um 3…

Gestern erfuhren wir noch von unserem Camp-Betreiber, dass im letzten Jahr hier oben 20.000 Hektar Wald einem Brand zum Opfer gefallen sind. Nun wird es wohl 40 Jahre dauern, bis sich alles wieder regeneriert hat. Die vielen Steine im Wald stammen übrigens aus der letzten Eiszeit – hier verlief die Küstenlinie und die Steine lagen auf dem Meeresboden.

Da das Wetter in Kårböle auch heute nicht besser war, obendrein noch Wind dazugekommen ist, haben wir unsere Sachen gepackt, auf die Kanu-Tour verzichtet und Kurs auf Östersund genommen.

Dort habe ich nämlich das nächste H&M ergoogelt – an einer passenden langen Hose führte kein Weg mehr vorbei. 😉

170 km später und nördlich, verzückt uns Östersund mit Großstadtflair. Ronny hatte einige Mühe die dicke Bertha durch die zunehmend enge Innenstadt zu manövrieren und drängt mich zur Eile bei meinem Hosenprojekt. Ich watschel los…

Die Einkaufsstaße war echt gemütlich, es gab so viel zu sehen! Aber ich hatte einen ganz klaren Fokus – rein ins H&M.

Boa, war das toll… kein Vergleich zu der Berliner Kleiderspende! Und das Allerbeste: Sämtliche Sommersachen im Sale! Wahrscheinlich, weil es hier oben eher wieder kalt wird, EGAL perfekt für mich! 🙂

Es gab so niedliche Babysachen…. Und die Mädchen-Abteilung; es flimmerte nur so vor meinen Augen. 😀

Mein Fokus, ja! 😉 Hose habe ich sofort gefunden… Aber rechts und links davon waren noch mehr Schwanger-Sachen reduziert! Es wäre jetzt echt unwirtschaftlich daran vorbei zu gehen und später in Deutschland sowieso Größeres zu kaufen. Also habe ich meinen Fokus erweitert.

Plötzlich steht Ronny vor mir – mit entsetzt aufgerissenen Augen. Ihn schickt der Himmel, man sind die vielen Klamotten schwer. 😉 Ich verspreche, dass ich nur fix anprobiere, sie sollen inzwischen etwas Essen gehen.

Als ich noch ein paar Sachen in einer anderen Größe holen will, komme ich durch die Jungs-Abteilung. Tims einzige Softshell-Jacke ist kaputt gegangen… Ja gut, dann schau ich mal… Oh, Bens Schlafanzug hat ein riesen Loch… Hey hier gibt es Streichel-Pailetten-Shirts für Jungs… Cool….

…. Mein Telefon klingelt….Ronny macht sich Sorgen… Er kommt wieder ins H&M, trägt mir den ganzen Wust zur Kasse und in die Bertha.

2,5 Stunden später bin ich zwar fix und fertig, aber total happy und weiterreisebereit.

Inzwischen war Ronny sogar in der Touristeninformation und hat Material über den „Vildmarksvägen“ geholt. Deswegen sind wir nämlich überhaupt in diese Richtung gefahren.

Wildnisweg Schweden

Das ist ein 500 km langer Rundweg durch Jämtland und Südlappland. Gleichzeitig auch die höchste befahrbare Straße Schwedens… Ganz oben wird also noch Schnee liegen. Überhaupt ist die Straße nur vom 6. Juni bis 15. Oktober geöffnet.

Heute nächtigen wir am Startpunkt in Strömsund, bevor es dann morgen Richtung Gäddede, dem bärenreichsten Gebiet Schwedens weitergeht.

Übrigens: Kaum Mücken hier auf dem Campingplatz am See!!! 🙂 🙂 🙂

Und noch eine Freude war mir heute vergönnt: Ich habe im lokalen Supermarkt das leckerste Getränk Schwedens wiedergefunden. 🙂

Allerdings ist Wäsche waschen hier schon ein Luxus, den man sich gönnen wollen muss oder die Verzweiflung muss groß genug sein. 😉

Schwedische Kronen durch 10 ergibt Euro.

Aber da ich dieses Mal für jeden nur für 7 Tage eingepackt habe, stecken wir nun für 24€ in frischer Wäsche. 🙂