Tag 20 … Kurvenreich durch und durch

Ronny wollte so gern noch die Vespa fotografieren. Allerdings wurden wir 5 nach 8 von ihrem Abfahrtsgeräusch geweckt.

Gemütlich kommen auch wir in die Gänge und starten 11 Uhr in Richtung Trollstigen.

Der Trollstigen ist die berühmte Touristenstraße, welche in 11 Haarnadelkurven auf 850 müNN hinauf führt. 12% Steigung muss Bertha meistern.

Oben gab es dann eine schöne Aussichtsstation mit allerlei Nippes und massenhaft Touristen.

Wir fahren weiter über ein Hochtal. Die Landschaft erinnert an unser schwedisches Stekkenjok.

Wir finden eine schöne Stelle und pausieren ausgiebig.

Glasklare Gebirgsbäche münden in schöne Lagunen.

Wir fahren weiter Richtung Geiranger.

Nach der Fährüberfahrt lockt Ronnys Wild-Camp-App (Overlander App) in Eidsdal mit Aussicht.

Leider ist ein Schild „No Camping“ aufgestellt, weshalb ich weiterfahren möchte.

Ronny will die handgeschiebene Tafel ignorieren, weil es ihm nicht offiziell genug ist. Genervt gibt er schließlich nach.

Wir fahren nach Geiranger.

Eine Spitzkehre nach der anderen geht es hinab ins Tal. Sehr beeindruckend!

Allerdings kann man vor Touristen kaum treten. Die beiden Campingplätze sind voller als voll und wir sind uns einig, genug gesehen zu haben.

Ronny möchte mit der Fähre durch den Fjord fahren Richtung E39.

Da wir für die eine kurze Überfahrt heute schon 50 € bezahlt haben und in diesem Touristengebiet der Transport sicher noch teurer ist, bin ich der Meinung auf der anderen Seite wieder hinauf und um den Fjord drumherum zu fahren.

Böse Falle!

Ich habe die Karte nicht weit genug herangezoomt, denn erst dann wurde die detaillierte Straßenführung sichtbar und damit der ca. 150 Kilometer lange Umweg. 🙁

Unzählige Kurven führen wieder hinauf auf 1200 Meter. Mein Bauch findet das überhaupt nicht mehr angenehm.

Die Aussicht jedoch ist gigantisch.

Allerdings sind wir jetzt direkt im Gebirge.

Dann reden Ronny und ich auch noch aneinander vorbei und er biegt in die falsche Richtung ab. Nach einer Weile bekommt auch er es mit.

Fast 21 Uhr.

Die Kinder haben Hunger, mein Blutzucker juckt in der großen Zehe, Lui vollführt Turnübungen der Extraklasse, Handyempfang war mal irgendwo, das Navi hat keine fertig geladenen Karten und wo wir gerade parken, sind die altbekannten Mücken und Knots.

Mich überkommt die Panik der sofortigen Geburt, Ronny ist sich mit der Scheidung nun ganz sicher und die Kinder fragen, wie lange es denn noch dauert.

Ich will Richtung Oslo fahren und von dort sofort nach Hause. Ronny möchte zurück zur E39. Aber auch die Kinder finden, dass wir ja nur hier sind, weil ich nicht Fähre fahren wollte.

Es geht also zurück und zwar soweit bis wieder Handyempfang ist. Ich soll das Nachtlager aussuchen. Da ich weiß, wie genervt Ronny ist, schlage ich jede Straßenbuchte vor, an der wir vorbeikommen.

Die ist es nun. Hinter uns verläuft die Straße Nr. 15 Richtung Stryn und irgendwie scheint es der Hauptversorgungsweg nach Westen zu sein. Hier donnert ein LKW nach dem anderen entlang. Ideal sieht anders aus. Aber wir schauen nach vorn. 😛

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