Tag 18 … Fischverbot!

Heute wechselten wir nur innerhalb des Campingplatzes unseren Standort.

Ronny erspähte beim Wäsche ansetzen eine freie Lücke und parkte uns schnell um.

Das Wetter wandelt sich zügig von bewölkt zu sonnig, von heiß zu windig, aber unterm Strich bleibt es sehr angenehm temperiert.

Während Tim und ich gestern bereits wohlig schlummerten, kamen die beiden restlichen Ermels kurz vor Mitternacht ins Wohnmobil. Noch mehr Fische hatten sie dabei!!

Und den entsprechenden Geruch dazu. 😉

Heute morgen (9 Uhr) weckt uns eine zugeschlagene Tür. Durchs Fenster sehen wir Ben mit seiner Angel Richtung Steg flitzen.

Zum Frühstück kommt er dann mit der nächsten vollen Tüte Fische. Teo allerdings verschmäht die kopflose, rohe Makrele. Scheinbar mag er nur die gebratene Variante.

Die Jungs leihen sich ein Motorboot aus und erkunden die Gegend zu Wasser.

Ich verzichte gern auf das Geklatsche über die Wellen, was mein Körper eh nur mit einem dauerharten Babybauch kommentieren würde.

Während ich meine Stille im Liegestuhl genieße, wirkt Teo unglücklich.

Für ihn ist Norwegen nicht der beste Platz. Im gesamten Land herrscht immer und überall Leinenzwang.

Hier haben freilaufende Schafe Vorrang und man möchte vermeiden, dass Hunde sie jagen oder verletzen.

Beim Kraxeln über die Klippen finde ich eine nicht einsehbare – völlig schaffreie – Stelle und lasse Teo los.

Doch was macht der Blödkopp? Geschäft absetzen und dann zum Platzwart rennen, der gerade den hinteren Weg entlang kommt. Wieder diese Intelligenzfrage… 😉

Plötzlich höre ich Motorgeräusche.

Die Jungs kommen nach mir schauen. Gerade rechtzeitig bin ich von den Felsen runter, bevor Ronny mich dort herumturnen sieht. 😀

Nach ihrer Tour verschwindet Ben direkt wieder Richtung Steg. Als er Bescheid sagen kommt, dass sie das Camp verlassen und zu einer Stelle gehen, wo man laut anderen Kindern „viiiiel besser“ angeln kann, spreche ich das Fischverbot aus.

„Aber Mama, ich bringe die Fische doch gar nicht mit!“

„Was machst du denn mit denen?“

„Mama,das ist ein ganz cooles Spiel! Das geht so: Wir angeln um die Wette und wer die größten hat, ist Gewinner. Danach werfen wir die Fische wieder zurück ins Wasser.“

Ich bin entsetzt. Auf so eine Idee wäre ich nie gekommen! Wir führen ein Gespräch über Schmerzempfinden anderer Lebewesen.

„Das ist ja auch kein Spiel für Mädchen, Mama! Du kannst das gar nicht verstehen!“

Hallo? Sehr wohl verstehe ich, ob etwas Schmerzen verursacht oder nicht. Ich schlage Ben vor, dass wir es mal ausprobieren. Ich bekomme die Angel und versuche Ben zu erwischen. Das will er dann aber auch nicht. Stinkig zieht er ohne Angel seiner Wege.

Als ich Ronny später davon erzähle, meint er, so funktioniere Sportfischen. Ich sage, er verwechsle das jetzt mit Tierquälerei.

Seit geraumer Zeit sind übrigens alle Ermels verschwunden. Ich wette, am Wasser finden exklusive „Jungs-Spiele“ statt. *augenroll*

Bei unserer Kaffeepause besprechen Ronny und ich die weitere Route. So langsam wird es Zeit, nach einer Fährverbindung zu schauen.

Nachdem wir verschiedene Varianten durchgespielt haben, bleiben wir bei der gut 3 Stunden dauernden Fahrt von Kristiansand nach Hirtshals.

So verlockend mehr Zeit hier oben wäre, eine längere Überfahrt bedeutet für Teo mindestens 18 Stunden im Wohnmobil ausharren oder in einer speziellen Haustierbox irgendwo im Schiff. Auch wenn man eine Schlafkabine bucht, dürfen Hunde dort nicht mit rein.

Wir entscheiden uns für die Color Line am Donnerstag, den 1. August, 16:30 Uhr. Da die Überfahrt in die Abendessen-Zeit fällt, haben wir gleich Restaurantplätze inklusive Essen gebucht. So werden die reichlichen 3 Stunden schon vergehen. 🙂

Tatsächlich! Jetzt stehen hier Schafe hinter der Bertha!

Ronny dreht noch eine Runde mit dem Boot, bevor wir den Tag kulinarisch lecker mit fischfreien Spaghetti Carbonara beschließen. 🙂

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