Tag 17… Urlaub 2.0 in Norwegen

Nach einer stürmischen Nacht am Trondheim-Fjord zeigt sich Norwegen heute von seiner besten Seite.

Beim ausgiebigen Frühstück wägen wir das Für und Wider eines Städtetages in Trondheim ab.

Schließlich entscheiden wir uns aufgrund der Innenstadtlage der Touristeninformation ohne Parkmöglichkeiten für Bertha, des eingeschränkten Lauf-Radius einer Schwangeren im 8. Monat und dem mangelnden Kulturinteresse unserer Kinder dagegen.

Stattdessen steuern wir einen etwas abgelegen Campingplatz an und wollen endlich diese ganzen Outdoor-Sachen nachholen.

An Trondheim fahren wir vorbei.

Timmi hat mit vorn Platz genommen. Jetzt ist die Landschaft „interessant genug“. (Ja, der Anschnallgurt geht unter Tims Schulter vor seinem Bauch weiter! 😉 )

Teo ist kein Tunnel-Hund. Sobald es dunkel wird, beginnt er hektisch zwischen Fahrerkabine und Wohnbereich hin und her zu laufen. Sieht er wieder Tageslicht, beruhigt er sich.

Ein- oder zweimal ist das ganz unterhaltsam. Aber dass sich auch nach dem 7. Tunnel noch kein Lerneffekt einstellt, macht uns schon nachdenklich. Wir schwanken aktuell in unserer Meinung bezüglich der Intelligenz dieses Tieres. 😉

Nach gut zwei Stunden Fahrt stehen wir an der Fähre.

Während wir warten, kommt ein Angler zu uns und bittet um einen Beutel. Er sei auf diese Menge Fische nicht eingestellt gewesen und habe so viele gefangen.

In Nullkommanichts sind die Jungs verschwunden und ich bleibe alleine bei Bertha, die mit ihren von vorn bis hinten offen stehenden Türen einen recht ausgeweideten Eindruck abgibt.

Von Weitem sieht das erfolgreich aus.

Von Nahem auch. 😀

Die zwei Angler kommen aus der Ukraine und schenken Ronny zum Dank für die Tüte 5 Makrelen. 2 fängt Ben…. Das Abendessen ist gesichert. 😀

Schnell abgestochen und ausgenommen… Die Fähre startet gleich und wir stehen ganz vorn in der Reihe! Alle rein in die Bertha, die Fische ins Spülbecken gestopft (ich bin ja froh, dass sie mir die nicht zum Halten auf den Schoß gegeben haben!) und rauf auf den Kahn.

Nach einer knappen viertel Stunde erreichen wir die Insel und fahren quer hinüber zum Campingplatz.

http://www.nothaugen.no

Es stellt sich heraus, dass 80% der wenigen Gäste aus Deutschland kommen.

Die Kinder finden sofort Anschluss und waren fortan kaum gesehen.

Ronny säubert und filetiert die Makrelen. Dabei lässt er sich noch einige Handgriffe von echten norwegischen Fischprofis zeigen.

Ich bereite die Gemüsepfanne zu. Als alles angerichtet ist, kommen die Kinder:

„Was gibt es heute zum Abendbrot?“

„Na, deinen Fisch, Ben!“

„Zum Essen?“

„Hä, was denn sonst?! Und Gemüsepfanne dazu.“

Jetzt Tim:

„Fisch? Igitt, sowas esse ich nicht!! Meinen kann Teo haben. Wie sieht die Gemüsepfanne denn aus?“

„So hier, mit Zwiebeln, Paprika, Zucchini, Kartoffeln und Haloumi.“

Beide Kinder:

„Haben wir denn kein Brot?“

„Sicher. Dann kümmert euch mit dem Abendessen!“

Nachdem sie sich in einer Geschwisterliebe und -fürsorge Käseschnitten geschmiert haben, wollen sie wieder verschwinden. Ronny fragt, wohin sie gehen.

„Na, runter an den Steg, angeln!“ 😀

Ohne Worte! Wir vermuten, dass Ben nur angeln will, um sein neues Messer auszuprobieren. Ich hoffe echt, die haben heute kein Glück mehr.

Zum Schluss steht der Teller mit den gebratenen Makrelen-Filets einsam auf dem Küchentisch. Und nachdem alle verschwunden sind, lässt einer es sich besonders gut schmecken…denn doof ist er nicht. Dass er einfach nur auf den rechten Moment warten muss, hat er kapiert. 😀

Wir sind beim oberen blauen Punkt.

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