Tag 11 … Neue Pläne, neue Hoffnung

… der Tag war lang!

Ronny holt gerade die letzte von drei Maschinen Wäsche aus dem Trockner und dann ist Schluss für heute! 🙂

Aber da es nicht wirklich dunkel wird, fällt es überhaupt nicht auf, dass es schon halb 11 ist. Wir erschrecken immer richtig, wenn wir auf die Uhr sehen: Gefühlt halb 10, tatsächlich fast Mitternacht….oder: Hui, schon früh…. Nee, erst nachts um 3…

Gestern erfuhren wir noch von unserem Camp-Betreiber, dass im letzten Jahr hier oben 20.000 Hektar Wald einem Brand zum Opfer gefallen sind. Nun wird es wohl 40 Jahre dauern, bis sich alles wieder regeneriert hat. Die vielen Steine im Wald stammen übrigens aus der letzten Eiszeit – hier verlief die Küstenlinie und die Steine lagen auf dem Meeresboden.

Da das Wetter in Kårböle auch heute nicht besser war, obendrein noch Wind dazugekommen ist, haben wir unsere Sachen gepackt, auf die Kanu-Tour verzichtet und Kurs auf Östersund genommen.

Dort habe ich nämlich das nächste H&M ergoogelt – an einer passenden langen Hose führte kein Weg mehr vorbei. 😉

170 km später und nördlich, verzückt uns Östersund mit Großstadtflair. Ronny hatte einige Mühe die dicke Bertha durch die zunehmend enge Innenstadt zu manövrieren und drängt mich zur Eile bei meinem Hosenprojekt. Ich watschel los…

Die Einkaufsstaße war echt gemütlich, es gab so viel zu sehen! Aber ich hatte einen ganz klaren Fokus – rein ins H&M.

Boa, war das toll… kein Vergleich zu der Berliner Kleiderspende! Und das Allerbeste: Sämtliche Sommersachen im Sale! Wahrscheinlich, weil es hier oben eher wieder kalt wird, EGAL perfekt für mich! 🙂

Es gab so niedliche Babysachen…. Und die Mädchen-Abteilung; es flimmerte nur so vor meinen Augen. 😀

Mein Fokus, ja! 😉 Hose habe ich sofort gefunden… Aber rechts und links davon waren noch mehr Schwanger-Sachen reduziert! Es wäre jetzt echt unwirtschaftlich daran vorbei zu gehen und später in Deutschland sowieso Größeres zu kaufen. Also habe ich meinen Fokus erweitert.

Plötzlich steht Ronny vor mir – mit entsetzt aufgerissenen Augen. Ihn schickt der Himmel, man sind die vielen Klamotten schwer. 😉 Ich verspreche, dass ich nur fix anprobiere, sie sollen inzwischen etwas Essen gehen.

Als ich noch ein paar Sachen in einer anderen Größe holen will, komme ich durch die Jungs-Abteilung. Tims einzige Softshell-Jacke ist kaputt gegangen… Ja gut, dann schau ich mal… Oh, Bens Schlafanzug hat ein riesen Loch… Hey hier gibt es Streichel-Pailetten-Shirts für Jungs… Cool….

…. Mein Telefon klingelt….Ronny macht sich Sorgen… Er kommt wieder ins H&M, trägt mir den ganzen Wust zur Kasse und in die Bertha.

2,5 Stunden später bin ich zwar fix und fertig, aber total happy und weiterreisebereit.

Inzwischen war Ronny sogar in der Touristeninformation und hat Material über den „Vildmarksvägen“ geholt. Deswegen sind wir nämlich überhaupt in diese Richtung gefahren.

Wildnisweg Schweden

Das ist ein 500 km langer Rundweg durch Jämtland und Südlappland. Gleichzeitig auch die höchste befahrbare Straße Schwedens… Ganz oben wird also noch Schnee liegen. Überhaupt ist die Straße nur vom 6. Juni bis 15. Oktober geöffnet.

Heute nächtigen wir am Startpunkt in Strömsund, bevor es dann morgen Richtung Gäddede, dem bärenreichsten Gebiet Schwedens weitergeht.

Übrigens: Kaum Mücken hier auf dem Campingplatz am See!!! 🙂 🙂 🙂

Und noch eine Freude war mir heute vergönnt: Ich habe im lokalen Supermarkt das leckerste Getränk Schwedens wiedergefunden. 🙂

Allerdings ist Wäsche waschen hier schon ein Luxus, den man sich gönnen wollen muss oder die Verzweiflung muss groß genug sein. 😉

Schwedische Kronen durch 10 ergibt Euro.

Aber da ich dieses Mal für jeden nur für 7 Tage eingepackt habe, stecken wir nun für 24€ in frischer Wäsche. 🙂

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