Tag 30 … Wieder „Zuhause“

…kurz nach 18 Uhr und mit rund 5500 gefahrenen Kilometern, rollen wir auf den heimischen Hof.

Die Kinder freuen sich über ihr bekanntes Umfeld, wir betrachten die Sache mit gemischten Gefühlen.

Eines ist schon mal klar: In den vergangen vier Wochen ist Bertha mehr Heimat geworden, als es Pirna je sein wird.

Es ist tatsächlich nur ein Ort, an dem wir eine Wohnung gemietet und unsere Sachen gelagert haben.

Ein Ort, den man in Deutschland eben benötigt, um den deutschen Verpflichtungen nachzukommen.

Aber wieder einmal mehr stellen wir fest, dass wir alles, was wir zum Leben brauchen, auf der Reise dabei hatten… und noch viel unnötigen Krempel mehr. 😀

Tag 29 … Oceanarium Hirtshals

Nach einem gemütlichen Frühstück starten wir zu Nordeuropas größtem Oceanarium.

Ein Mondfisch.

Fütterung im Mondfischbecken.

Robbenfütterung

14 Uhr treten wir schließlich den Heimweg an.

Kurz nach 18 Uhr passieren wir die dänisch-deutsche Grenze.

Wir haben freie Fahrt. Nach Norden Einreisende hingegen stehen in einer langen Schlange an der Kontrolle.

Nun heißt es nur noch: Kilometer machen….

JUHU, McDonalds zum Abendessen, jiiippppiiii!!!…. Unklar, wie sich Kinder über diesen Fraß freuen können. 😛 😀

22 Uhr trennen uns noch über 4 Stunden von Zuhause. Wir finden in der Lüneburger Heide einen kleinen Waldweg zum Übernachten.

Tag 28 … Faulenzen am Strand

Eigentlich hatten wir heute andere Pläne.

Bereits gestern abend haben wir unsere Tickets für das Oceanarium hier in Hirtshals gebucht.

Doch der Blick aus dem Bett heute morgen zeigt einen wolkenlosen Himmel und angenehme 20 Grad.

Wir setzen also Ronnys Idee, zum nächsten Bäcker zu fahen und am Strand zu frühstücken, gleich in die Tat um.

Der aufwachende Ben bleibt liegen und los geht es.

Aus dem Schlafanzug in die Badesachen – das gefällt den Kindern natürlich. 🙂

Gut gestärkt müssen die Stand-ups zum ersten Mal im Meer probiert werden.

Gestanden hat keiner von den beiden. 😀

Später sieht Ben eine Fahne im Wasser. Zunächst dachten wir an einen Taucher, bei näherer Betrachtung hielten wir es für Treibgut.

Kurze Zeit später – alle waren aus dem Wasser raus, sehen wir viele Quallen. Google sagt, Feuerquallen.

Hmmm, vielleicht ist das also eine Quallen-Warn-Fahne.

Ronny fischt mittels Schüssel eine heraus und wir betrachten sie uns näher. Auch die Kinder passen jetzt sehr genau auf und bleiben für den Rest des Tages besser an Land.

Später steuern wir wieder unseren kleinen Waldweg an und werden nun morgen das Oceanarium besuchen.

Dann ist aber wirklich „Tschüß Skandinavien“ angesagt…(Dänemark gehört nämlich noch dazu, habe ich heute gelernt)…. Morgen wollen wir bereits in Deutschland übernachten.

Tag 27 … Tschüß Skandinavien

Unser neuer Rhythmus ist wirklich schon zuverlässig. 🙂 Pünktlich um 12 sind wir startklar Richtung Kristiansand.

Das Navi prophezeit eine Stunde Wegstrecke, alles entspannt. Da kann man auch mitnehmen, was sich am Straßenrand bietet:

Die Jungs toben sich aus.

Im Hintergrund rauscht unser Lieblingsfahrer heran. 😀

Etwas verhalten bleibt er in den Kurven… es liegt am Go-Kart! Das fährt sich „wie eine Rumpelkiste“! 😉

Halb drei erreichen wir den Fährhafen. 16:45 Uhr ist Start. Bereits jetzt sind schon massenhaft Autos, Wohnmobile und Caravans da.

Wir reihen uns ein.

Ruck zuck sind wir zentimetergenau von allen Seiten zugeparkt. Nix mit Schiffen gucken….

… so klappt es mit der Aussicht! 😉 und da kommt unsere Fähre auch schon…

Es hat sich als hilfreich erwiesen, in komischen Situationen Gespräche über Ingenieurkunst zu führen.

Sei es im Flugzeug, 100 Meter unterm Meer, in Seilbahnen oder während einer Fahrt auf der Fähre, die außer uns noch hunderte weitere Fahrzeuge und ganze LKWs transportiert ohne zu sinken.

Mit einer großen Schüssel Wasser und etwas Trockenfutter bleibt Teo in der Bertha zurück.

Ein Fahrstuhl bringt uns direkt auf Deck 8 ins Restaurant. Wir werden zu unserem Tisch geführt und sehen, dass wir bereits aus dem Hafen schippern.

Nun gibt es natürlich kein Halten mehr: Ran ans Buffet! Und es sieht wirklich sehr gut aus. Einzig mit diesem Geschaukel muss man klarkommen… 😀

Ben holt sich als erstes Eis. Seine Kugeln gedenkt er mit Sahne zu toppen…. Doch es stellt sich heraus, in der vermeintlichen Schlagsahnemaschine war Softeis. 😀 Ben ist im Schlaraffenland angekommen.

Natürlich gibt es auch Plinsen mit Erdbeersoße…. Kuchen…. Pudding….zig Gerichte und Getränke, was das Herz begehrt. Also für reichlich 20€ pro Person dieses Buffet („Catch me if you can“) dazubuchen, war eine super Idee.

Die Sitzplätze mit Tisch und Couch behält man während der ganzen Überfahrt, sehr ideal.

Nach einer kleinen Erkundungstour durch das Schiff, folgt Essen Klappe die Zweite. 🙂

Und schon sehen wir wieder Land.

Teo hat die reichlich 3h gut überstanden und begrüßt uns überschwänglich.

Willkommen in Dänemark! 🙂

Die E39 würde jetzt noch bis Aalborg verlaufen. Wir biegen links weg zum Kjul-Strand.

Alle genießen den Freilauf. Teo ganz besonders.

Nachdem Ronny den Kindern ihr Spielzeug herausgeräumt, mir großzügig seinen Campingstuhl überlassen, sich einen neuen geholt und aufgebaut hat, will er es sich ENDLICH selbst mit Milch und Chips bequem machen.

Ich bitte ihn nur noch fix um ein Taschentuch. Er holt es mir netterweise…

Jetzt hat es sich Teo richtig verscherzt mit Ronny! 😀 😀 😀

Zu schön wäre es, hier zu übernachten. Leider ist dies schilderreich verboten. Auf der Strandzufahrt finden wir aber einen hübschen kleinen Waldweg.

Tag 25 … Kilometer aus Knete

Pünktlich zur Abfahrt 12 Uhr öffnet der Himmel seine Schleusen.

Bertha trotzt dem sintflutartigen Regen hinauf in die Berge. Geschafft, wir sind über den Wolken.

Von Røldal bis zu unserem anvisierten Campingplatz sind es laut Navi 220 km. In 3 Stunden sollten wir dort sein.

Doch während wir die kleine Straße Nr. 9 entlangkurven, werden die Kilometer kaum weniger und die angegebene Fahrtzeit reduziert sich unmerklich.

Allmählich sieht es hier wieder schwedischer aus.

Kurzer Stop zum Vorräte auffüllen. Es gibt nur das teure Wasser. 1,5 Liter für 2,60€. Der Kassierer erklärt uns: „Very high quality water“. Ja, klar. 😛

15 Uhr haben wir gerade mal die Hälfte der Strecke bewältigt. Sehr seltsam.

Aber das Wetter hält, was es versprochen hat. Wir sind inzwischen bei 14 Grad angekommen.

Halb 6 ereichen wir Neset Camping in Byglandsfjord. Wunderschön am See gelegen, Strand und großes Spielareal inklusive Hüpfburg für die Kinder sind vorhanden. Nur kaum einer geht raus bei dem Wetter. 😀

Da freuen sich alle mehr über ihr WLan und jeder verzieht sich nach einem großen Teller Maccaroni mit dem technischen Gerät seiner Wahl in eine Ecke.

Bis zum Fähranleger in Kristiansand sind es nun noch 76 Kilometer, die wir dann am Donnerstag abfahren werden.

Tag 24 … Pause in Røldal

Vergnügt startet dieser Morgen.

Beschwingt kehrt Ronny mit hausgemachten Sauerteigbrötchen zurück zur Bertha. Entzückt hat ihn die schöne Bäckersfrau! 😀

Nordisch blond in bemehlter Schürze reicht sie ihm noch warme Brötchen. 10 Stück für 15 Euro. Ronny ist happy!

Und wir erst, als der lockerleichte Ehemann das Frühstück bereitet. Herrlich, so ein Pausentag! 🙂

Unser Stellplatz befindet sich auf einem Bauerngehöft. Die Töchter der Familie scheinen das Campinggeschäft zu betreiben.

http://www.seimcamp.no

Nachdem sich Ronny bei anderen Deutschen erfolgreich norwegische Kronen im Austausch gegen Euro gerschnorrt hat, können wir waschen.

Ein wenig landeseigenes Kleingeld sollte man schon dabei haben. Aber bisher hatte sich Geldholen noch nicht ergeben und sonst kann man wirklich alles per Karte zahlen. Auch die Brötchen der schönen Bäckersfrau. 😉

Der Tag schlendert so vor sich hin. Bei 23 Grad ist alles ideal.

Hier wird es deutlich eher und auch tatsächlich dunkel. So ganz langsam kommen wir häppchenweise wieder in unseren Heimat-Rhythmus.

In den nächsten drei Tagen liegt ein Tief über Norwegen. Hier soll es runter bis auf 10 Grad gehen. Deswegen werden wir uns morgen weiter nach Süden bewegen, dort ist wenigstens der Regen wärmer. 😉

Außerdem darf die schöne Bäckersfrau morgen ausschlafen! Es ist Ruhetag im Campingshop. Da bleiben nur die Erinnerung und unsere Aufbackbrötchen. 😀

Tag 23 … Wetterwechsel

8 Uhr war ich froh, dass die Nacht vorbei war. Obwohl sie für mich erst 2:30 Uhr wirklich begonnen hatte.

Bis dahin sind irre Norweger auf Mopeds immer wieder zwischen Fähranleger und Ort hin und her gerast.

Direkt beim Frühstück explodiert die gereizte Stimmung. Innerhalb von 5 Minuten streitet jeder mit jedem. Auch Teo bleibt nicht verschont.

Einzige Rettung: Fahrtwind. Und tatsächlich, Bertha hat eine Schmollecke für jeden. Ronny allein in der Fahrerkabine, ich am Tisch, die Kinder in getrennten Betten, Teo angeleint im Flur. Schweigen.

Wir nehmen Kurs auf Odda und quälen uns durch die letzten Fjordkurven.

Die Kinder sprechen wieder miteinander.

Was da vorn wie ein Erdrutsch aussieht, sind Baumaßnahmen am Wasserfall. Das Foto erfordert etwas Teamwork. Ronny und ich müssen uns notgedrungen abstimmen.

Sein hämisches Grinsen, weil ich beim Fotografieren nass werde, entgeht mir nicht.

Dennoch, kein Grund miteinander zu sprechen!

Ein 11 Kilometer langer Tunnel verschluckt uns.

Das ist für alle immerhin so interessant, dass wir uns gemeinsam in der Fahrerkabine wiederfinden.

Als wir das Tageslicht der anderen Seite erblicken, entdecken wir einen Gletscher.

Wir wollen es besser machen als gestern und halten schon kurz nach 13 Uhr Ausschau, wo wir übernachten können.

Die Overlander-App bietet 10 km abseits vom Weg Interessantes am See. Die Straßenbeschreibung allerdings lässt zu wünschen übrig.

Wir zuckeln mit Bertha einen kleinen Serpentinenweg hinauf in die Berge. Da dieser Badeplatz vor allem bei Einheimischen beliebt zu sein scheint, ist er relativ voll. Und jeder zweite hat einen Hund dabei, was mit dem zerrenden und bellenden Teo anstrengend ist.

Ben und Ronny verschwinden ins kühle Nass. Sie sprechen wieder miteinander.

Ronny will gleich übernachten. Ich will weiter. Brüllend stellt sich heraus, dass wir beide komplett andere Vorstellungen von den letzten Tagen vor der Fähre haben.

Während ich Kilometer machen wollte, um in der Nähe von Kristiansand ein paar fahrfreie Tage mit kindgerechten Unternehmungen zu verleben, eröffnet Ronny mir, dass ihn das Fahren nicht störe und er keine weiteren Aktivitäten plane.

Achso.

Obwohl ich also einlenke, wir meinetwegen hier bleiben können, verstaut Ronny alles und tritt aufs Gaspedal. Gut, nun braucht er mit mir gar nichts mehr besprechen. Nichtmal in meine Richtung atmen.

Etwas später gelangen wir nach Røldal, im Winter ein Skigebiet.

Oben vom Lift aus sehen wir einen Campingplatz am See. Riesige Wiese, Strand, luftiges Parken. Wir sind uns sofort einig. 😀

Endlich sitzen wir entspannt in Berthas Schatten, Kaffeepause…. und Zeit!

Als ein Stück Melonenschale im Gras landet, springt Teo drauf: Seins!

Wir gucken verdutzt. Keiner von uns hat je einen Hund Melone essen sehen 😀 😀

Zur Feier des Tages und fürs Wohlbefinden beschließen wir zu grillen. Ben bereitet das Holz vor, Ronny den Grill. Ein zauberhaftes Miteinander entfaltet sich. 😉

Plötzlich zieht ein heftiger Windstoß durch unsere Entspannung und ich schaue nach oben.

Kommt das?

Oh, definitiv.

„Ronny, guck mal. Lass den Grill noch aus!“

„Katrin! Ich habe gerade alles vorbereitet. Das zieht vorbei!“

„Okay.“

Wir haben es uns lieber drinnen gemütlich gemacht und warten auf das Abendessen. Nicht einmal der Hund will raus… jetzt grinse ich hämisch. 😀

Was das Vorbeiziehen betrifft, sollte Ronny gewissermaßen recht behalten: Aktuell zieht das dritte Gewitter über unsere Köpfe hinweg. 😛

Herrlich frische Luft und endlich sind wir die quälenden 30 Grad los! 🙂

Fjordfreie, zügig fahrbare 300 Kilometer trennen uns noch von Kristiansand. Wahrscheinlich bleiben wir morgen noch hier.

Übrigens: Bei unseren vielen Fährüberfahrten und Fahr-Erwägungen haben wir festgestellt, wenn man die großen Fähren online auf norwegisch bucht, sind sie tatsächlich billiger.

Tag 22 … Ein verfahrener Tag

Gegen Mittag und bei 28 Grad verlassen wir unser idyllisches Nachtlager.

Ein paar Kilometer weiter gelangen wir auf die E39 in Richtung Bergen.

In Lavik überqueren wir für die gewohnten 50€ den Sognefjord und kommen in Ytre Oppedal an.

Wir beginnen nach einem Nachtlager Ausschau zu halten. Am besten mit Bademöglichkeit, denn das Thermometer zeigt inzwischen 34 Grad an.

Fündig werden wir nicht. Kleinere Stellen sind belegt, größere auch und zudem direkt an der Straße oder man sieht die anderen Hundebesitzer schon von Weitem.

Als wir noch gut 50 Kilometer vor Bergen sind, ist alles schon städtisch. Nirgends findet sich eine ruhige Stelle.

Wir lernen Neues über Norwegen: Es ist bei Weitem nicht so camperfreundlich, wie Schweden. Überall, wo wir via Google abgeschiedene Plätzchen ausmachen, stehen handgeschriebene „No-camping“ – Schilder.

Teilweise mag das der geographischen Lage geschuldet sein. Es gibt keine klassischen Waldwege hier, es sind sofort Anstiege auf die rechts und links der Straße verlaufenden Berge. Die wenigen flachen Oasen sind da natürlich besiedelt.

Für eine Nacht wollen wir auf einem offiziellen Campingplatz bleiben. An 5 fahren wir sofort vorbei, weil sie direkt hinter der Leitplanke liegen und die Gäste dicht an dicht stehen.

Der 6. Platz liegt abseits von der E39, aber in einem Gewerbegebiet direkt hinter Tankstelle, Supermarkt und Industrie… Allerdings mit Seezugang.

Okay, wir gehen über den Platz. Bis auf vereinzelte Lücken alles voll und zwar mit Deutschen! Der Platzwart sagt uns, dass man sich einzureihen habe und einem 3m bis zum nächsten Nachbarn zustehen.

Das ist in etwa so, wie auf dem Kaufland-Parkplatz, wenn man immer eine Lücke frei lässt. Hunde müssen angeleint bleiben und dürfen nur an bestimmte Stellen geführt werden.

Vor uns eine deutsche Familie an der Rezeption: „Hier gefällt es uns so gut, wir buchen gleich für eine ganze Woche.“

Ronny und ich gucken uns an, steigen ein und fahren weiter. Geht gar nicht! Mal ehrlich, sind das nur die Deutschen oder ist die Menschheit im Allgemeinen so schräg drauf? Für viele ist das der Jahresurlaub und dann stellen sie sich auf so einen Platz. Und zahlen auch noch dafür. Die blanke Herdenabfertigung! Das kann man an jedem Rastpunkt der E39 umsonst haben.

Was übrigens unser Notfall-Plan ist. Aber vorher versuchen wir es noch an einem Hafenstellplatz. Wenn man die letzte Fähre verpasst hat, muss man ja da nächtigen können, so unsere Denkweise.

Doch nicht in Norwegen. Nur die Zufahrt zur Fähre ist frei, daneben „Privatparkplätze“. Nicht zu fassen. Es ist mittlerweile 21:45 Uhr. Für heute muss der Notfallplan greifen. Hinter der Leitplanke und einem Bach halten wir zum Schlafen.

Morgen sind wir dann direkt an der Fähre. Allerdings an einer ganz anderen. Nach dem heutigen Tag haben wir das Fjord-Gezuckel richtig satt und sind auch nicht sehr optimistisch, dass es in den Touristenhochburgen Bergen und Stavanger besser wird. Weder auf Campingplätzen und schon gar nicht wild.

Wir verwerfen unseren Plan auf der E39 nach Kristiansand zu fahren. Statt in Halhjem die E39-Fähre zu nehmen, fahren wir ein paar Kilometer zurück nach Osøyro und wollen morgen hier inländischer über den letzten Fjord Richtung Eikelandsosen, Mundheim nach Odda, am Rande des Hardanger Nationalparks.

Von dort ist es nicht mehr weit bis zur E135, auf der wir in Haukeli direkt nach Kristiansand abbiegen. Soweit der neue Plan.

Nachdem wir endlich den Weg ins Bett gefunden haben, stehen die Kinder 23 Uhr hinten bei uns.

„Ich hab’s geschafft!! Ich bin ein Schulkind! Kommt die Zahnfee auch in Norwegen? “ 😀

Tag 21 … Kurs auf die E39

Erreicht haben wir sie noch nicht. Sind aber nahe dran.

Landschaft kam uns mal wieder dazwischen. 😉

Über die Schlafqualität der letzten Nacht verlieren wir kein Wort mehr. Zügiger Start heute morgen.

Wir nehmen Kurs auf Stryn und damit zur E39.

Wir gelangen nach Oppstryn und sein gleichnamiges Gewässer, den Oppstrynsvatnet.

Dieser See ist der Wahnsinn!

Gespeist von den Wasserfällen oben aus dem Fjell, zieht sich sein Abfluss durch das ganze Tal bis Stryn.

Natürlich haben wir einen stundenlangen Badestop eingelegt. Die 28 Grad laden ein.

Wir halten direkt am Nationalparkzentrum des Jostedalsbreen. Hier merken wir erstmal, wo wir überhaupt sind.

Der Jostedalsbreen ist der größte europäische Festlandsgletscher, bis zu 500 Meter dick.

Touristisch bestens erschlossen, werden hier zahlreiche Wanderungen und Aktivitäten angeboten. Ronny ist hellauf begeistert. 🙂

Und dann doch nicht. 🙁 Größtes Manko ist der Zeitplan. Noch knapp 700 Kilometer bis Kristiansand und in 5 Tagen wollen wir dort sein.

Dazwischen liegt noch der Sognefjord, Hardangerfjord, Bergen, Stavanger, Lysefjord und die Preikestolen….

Tja, mit Norwegen hatten wir nicht gerechnet. Wir können die Landschaft dieses Mal nur durchfahren, um zu wissen, wohin wir beim nächsten Urlaub reisen wollen.

Der Nordfjord wird notiert 🙂 … und sollten wir tatsächlich mal ein Ferienhaus haben, das steht am Oppstrynsvatnet! 😉

Weiter geht es um den Fjord herum und hin und wieder mitten durch.

Teo hat es noch immer nicht geschnallt, dass er Tunneldurchfahrten regelmäßig überlebt und vollführt jedes Mal seinen Zauber.

Drängelt sich nach vorn und presst seine Schnauze in die äußerste Ecke. So verharrt er, bis es wieder hell wird. Wir haben aufgehört, das zu interpretieren. 🙂

Für 100 Euro füllen wir unterwegs den Kühlschrank auf. Obwohl wir saftige Preise von Australien kennen, tragen wir unsere eine große Tasche stets aufs Neue mit Kopfschütteln aus dem Laden. Heute habe ich zudem für 3 Eis und 10 Brötchen ganze 17€ bezahlt.

Am Schlimmsten ist eigentlich, dass Schokolade hier so teuer ist. Unter 4 Euro bekommt man keine Tafel. Eine Tüte Haribo 5€….. Und nein, das erzieht die Menschen hier nicht. Sie sind genauso dick, wie überall. 😉

Alkohol gibt es in Norwegen, wie in Schweden übrigens nur in speziellen Geschäften. Im Supermarkt erhält man lediglich Light-Produkte bis 3,5%. Das wiederum finde ich super. Würde ich in Deutschland sofort einführen.

Wir fahren den Fjord wieder hinauf.

Was eigentlich eine späte Kaffeepause werden sollte, wird als Nachtlager gleich für gut befunden.

Ronny beschließt bei 30 Grad eine Wanderung hinauf zum Skilift zu unternehmen. Ben begleitet ihn.

Es stellt sich heraus, dass die beiden hier oben einen tollen Blick auf den Gletscher haben.

Im Wohnmobil steigt die Temperatur derweil auf über 30 Grad. Timmi und ich wissen gar nicht, wohin mit uns…. Auch raus bringt nix. Wir strapazieren die Klimaanlage und bekommen Besuch. Eine kleine freilaufende Kuhherde frisst sich durch die Landschaft.

Das Kochen des Abendessens gibt uns fast den Rest.

Endlich, 21 Uhr sinkt die Sonne hinter den Bergkamm und es wird merklich kühler. Durchatmen und lüften ist angesagt. 🙂